Ezekiel &' Tyrone | Internationales Büro für Magisches Recht | September 1981
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Ezekiel &' Tyrone | Internationales Büro für Magisches Recht | September 1981
von Tyrone am 19.05.2026 11:41Gespannt betrat ich das Internationale Büro für Magisches Recht. Heute war der erste Tag meiner Ausbildung und ich war postalisch aufgefordert worden, direkt hierher zu meinem Chef und Ausbilder, Ezekiel de Vere, zu kommen. Von dem Mann hatte ich noch nie etwas gehört, doch das hatte nicht viel zu bedeuten, da ich ja aus einer No-Maj-Familie stammte. Ich las zwar regelmäßig Zeitung, aber dort tauchten MACUSA-Angestellte gewöhnlich erst ab dem Rang eines Abteilungsleiters auf.
Mein Outfit bestand aus einem unauffälligen, schwarzen Umhang, der so geschnitten war, dass man den Kragen des weißen Hemds sehen konnte, das ich darunter trug, und ebenso unauffälligen, aber eleganten schwarzen Schuhen. Zum Glück hatte ich eine Bekannte, die ich diesbezüglich hatte um Rat fragen können, denn ich selbst kannte mich mit Mode und Kleidung allgemein überhaupt nicht aus. So musste ich mir zumindest in diesem Punkt keine Sorgen machen, die Etikette zu verletzen.
Allgemein hatte ich zwar kein niedriges Selbstbewusstsein, aber heute war ich doch ein wenig nervös. Mir war zwar bewusst, dass meine schulischen Leistungen die Anforderungen für diese Ausbildung locker erfüllten und ich ging davon aus, dass ich auch beim Vorstellungsgespräch überzeugt hatte (sonst wäre ich wohl kaum eingestellt worden), doch das alles war im Grunde genommen Schnee von gestern. Würde ich es schaffen, jetzt einen guten Eindruck zu hinterlassen? Und würde ich der Arbeit gewachsen sein? Natürlich ließ ich mir diese Zweifel nicht anmerken, als ich mit einem professionell-freundlichen Lächeln an Mr de Veres Tür klopfte.
Re: Ezekiel &' Tyrone | Internationales Büro für Magisches Recht | September 1981
von Ezekiel am 21.05.2026 17:45Erst vor wenigen Monaten war Ezekiel in das Büro für magisches Recht befördert worden. Seit nun fast zwei Jahrzehnten arbeitete sich der Zauberer in wenngleich langsamen doch unaufhaltsamen Schritten die Karriereleiter nach oben. Immer wenn er wo neu anfing dauert es zwar eine Weile bis man ihn nicht mehr als Laufburschen einsetzte und sein Potential erkannte, aber der Punkt kam immer und es folgten sehr schnell wichtigere Aufgaben und ebenfalls zügig die nächste Sprosse. Zeke hatte keinen Anspruch auf hohe Positionen um deren Stelle willen. Er liebte die Arbeit mit allem was Magie beinhaltete und noch mehr die mit seinen Mitmenschen und Kollegen. Sein sonniges Gemüt brachten ihm schnell Freunde, die Beförderungen waren ein netter Nebeneffekt. Da der Mann allerdings ohne nennenswerte Vorqualifikationen wirklich ganz unten begonnen hatte, waren diese Karrierestept auch denkbar klein, da ihm niemand am Anfang viel zutraute, aber da es eh nicht sein Ziel war, war Zeke mit dem zufrieden was war. Und gerade war das der neue Auszubildende. Als Neuling der Abteilung hatte man diese zumeist unliebsame Aufgabe an ihn übergeben, Zeke konnte es nur Rechrt sein. Er freute sich darauf. Zwar war er bei dem Bewerbungsgespräch nicht persönlich anwesend gewesen, dafür war er noch nicht wichtig genug, aber er kannte die Akte des Jungspundes sehr gut. Anders als Zeke war er für seinen ersten Job hier, mit hervorragenden Noten und Leistungen, ein Angestellter wie man sich ihn wünscht. Und Zeke würde ihn zu einem Kollegen machen, wie man sich ihn wünscht. Das einzige was die beiden gemein hatten, war ihre Abstammung, aber der ältere Zauberer hatte inzwischen genug Feingefühl und Erfahrung, dass er wusste, dass die meisten Hexen und Zauberer, vor allem in wichtigen magischen Posten, wie hier, nicht gern darauf angesprochen wurden. Aber es war ein netter Fakt, der sich Vertrauensbildend einbinden ließ, wenn die Situation die richtige war. An seinem Schreibtisch, der nahtlos und organisiert aufgeräumt war, erwartete der Mann also nun seine neue Aufgabe, welche auch gleich an die Tür klopfte. Zeke erkannte das Klopfen all seiner Kollegen, oder ihren Schritt, dieser hier war neu. "Herrein." Rief er also, angelehnt in seinem Bürostuhl, die die Hände verschränkt vor dem Bauch mit einem freundlichen einladenden Lächeln.
Re: Ezekiel &' Tyrone | Internationales Büro für Magisches Recht | September 1981
von Tyrone am 21.05.2026 18:18Ezekiel hatte tatsächlich recht damit, dass ich nicht gern auf meine Abstammung angesprochen wurde. Das lag allerdings nicht daran, dass meine Eltern No-Majs waren, sondern daran, welchen Platz sie in der No-Maj-Welt einnahmen. Mein Vater hatte die Schule abgebrochen, um Barkeeper zu werden, und von höherer Bildung brauchte man sowohl bei ihm als auch bei meiner Mutter gar nicht erst anzufangen. Und Poledance, die Beschäftigung, der meine Mutter nachgegangen war, bevor sie mit mir schwanger wurde und sich überhaupt nicht mehr beruflich betätigte, hatte sowieso immer einen verruchten Beigeschmack. Zumindest waren der Meinung die meisten Eltern meiner Grundschulkameraden gewesen. Somit hatte ich immer eine gewisse Distanz zu spüren bekommen, auch von den Grundschullehrern. In Ilvermorny war es dann besser geworden; in dem Internat hatte ja niemand über meine Eltern bescheid gewusst. Auch wenn ich dort dann tatsächlich vereinzelt Rassismus aufgrund meiner No-Maj-Stämmigkeit erlebt hatte.
An all das dachte ich aber gerade nicht, da ich ja nicht wusste, dass auch Mr de Vere muggelstämmig war. Ich war nur etwas erleichtert über dessen freundliches Lächeln, das mich erwartete, nachdem ich auf sein 'Herein' hin die Tür geöffnet hatte. Mein eigenes Lächeln hatte ich selbstverständlich noch immer auf den Lippen, als ich mich vorstellte: "Guten Morgen, Mr de Vere. Ich bin Tyrone Brook, der neue Auszubildende. Mir wurde gesagt, ich solle mich bei Ihnen melden." Dabei streckte ich ihm höflich die Hand hin.
Ich hoffte, dass mein Name, der immerhin allgemein in den USA immer mit einer Abstammung aus der Unterschicht in Verbindung gebracht wurde, kein Hindernis für unsere Geschäftsbeziehung darstellen würde. Es wäre doch unvorteilhaft für mich, wenn ich deshalb in eine Schublade gesteckt und mir weniger zugetraut würde.
Re: Ezekiel &' Tyrone | Internationales Büro für Magisches Recht | September 1981
von Ezekiel am 22.05.2026 15:20Der junge Mann der auf Zekes Herein durch die Tür trat, sah recht fit aus. Vieleicht ein wenig zu verklemmt und steif, aber was wollte man anderes erwarten von einem Jungspund, der frisch aus der Schule, noch keine Ahnung von der Welt, in diesen hexenkessel von Zaubereiministerium geworfen wird. Hierfür würden ihn keine Noten der Welt vorbereiten und mochten sie auch noch so fantastisch sein. "Freut mich sehr Tyrone." Antwortete der Ältere locker und schüttelte dem jungen Mann mit einem festen Druck die Hand. Die meisten hier behaupten ein fester Händedruck ist die halbe Miete für einen guten ersten Eindruck. Und auch wenn Zeke dem schlecht wiedersprechen konnte, keiner fasste gern einen nassen Lappen an, lag es bei ihm doch eher an seinen handwerklichen Hobbys, die nebenbei ordentlich zupacken lehrten. "Hausaufgaben hast du ja gemacht, dann brauche ich mich ja nicht vorstellen." Lachte Ezekiel und war ohne Übergang direkt zum Du gegangen. Das hatte er bereits ab seinem ersten Tag hier gemacht. Ein paar leuten stieß es beim ersten Mal auf, aber niemand konnte leugnen, dass es danach schnell zu einem besseren Verhältnis führte, wenn man sich wie gleichrangige Kollegen fühlten und nicht wie Staub unter des anderen Schuhsohlen. der nette Nebeneffekt war, dass sich Zeke nicht merken musste, mit wem er per-Du war, das raubte nur unnötige Zeit und Nerven (und ist im englischen ja eigentlich eh nicht so das Problem ;) Nachdem Ezekile zum Händeschütteln der Form halber kurz aufgestanden war, setzte er sich nun wieder in seinen Stuhl zurück und deutete auf den anderen Stuhl seinem Schreibtisch gegenüber. "Bitte nimm Platz. Möchtest du was trinken. Nervösität macht immer so einen schrecklich trockenen Mund." Lachte der Mann wieder kurz und goß aus der frischen Karaffe Wasser auf seinem Schreibtisch etwas in bereit gestellte Gläser und dieses vor Tyrone ab, zum Nutzen wann imer es ihm genehm schien.
Re: Ezekiel &' Tyrone | Internationales Büro für Magisches Recht | September 1981
von Tyrone am 25.05.2026 15:02Ich war mir zuerst nicht ganz sicher, was ich von dem Mann halten sollte, der doch ziemlich locker mit mir umging. So hatte ich den Umgang innerhalb des MACUSA nicht erwartet und auch beim Vorstellungsgespräch war alles deutlich förmlicher gewesen. Dennoch war ich auf einer gewissen Ebene erstmal froh, dass er mich freundlich behandelte. So oder so ließ ich mir von all diesen Gedanken nichts anmerken und erwiderte den festen Händedruck. Handwerkliche Hobbys hatte ich zwar eher weniger, aber während meiner Schulzeit hatte ich nicht nur den Schulstoff gelernt. Ich hatte auch ein Gefühl dafür entwickelt, was gesellschaftlich von mir erwartet wurde, und sogar das ein oder andere Psychologiebuch gelesen.
Das brachte mich auch dazu, zurückzugeben: "Freut mich ebenfalls, Ezekiel." Normalerweise hätte ich ihn niemals beim Vornamen genannt, aber sein Verhalten deutete doch stark darauf hin, dass er es seltsam gefunden hätte, hätte ich mit 'Mr de Vere' weitergemacht. Und momentan war nur wichtig, dass ich auf seinen Umgangston passend reagierte, auch, wenn ich es später in einer höheren Position deutlich anders machen würde.
Als er meinte, Nervosität mache einen trockenen Mund, stimmte ich kurz in sein Lachen ein und meinte: "Da ist was dran." Höflich nahm ich einen Schluck von dem Wasser und wartete darauf, dass er mir erklärte, wie der praktische Ablauf meiner Ausbildung sein würde aka was zuerst erledigt werden sollte.










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