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Re: Emma &' Nevenka | Auf der Willkommensfeier
von Nevenka am 09.04.2026 00:03Als Emmas Gesichtszüge eine Traurigkeit ausstrahlten, die irgendwie verletzt und ehrlich wirkte auf ihrem sonst so stolzen Gesicht, stach etwas in meiner Brust. Ich wollte nicht der Grund dafür sein, dass sie, ja was, traurig?, enttäuscht?, resigniert? war. Und das, weil ich gesagt hatte, dass ich Romantisches eher locker nahm? Was war eigentlich mit mir los, dass ihre Reaktion überhaupt einen Einfluss auf mich hatte? Das mit dem Lockernehmen, das hatte ich noch nie in Frage gestellt. Verliebt war ich sowieso noch nie richtig gewesen, wenn man von kleinen Schwärmereien absah, und selbst da... Irgendwie war das ein Stück Freiheit, auch Entscheidungsfreiheit, wild, immer mal wieder, ohne feste Bindung, mich für kurze Zeit in anderen Leuten zu verlieren, statt sich irgendwelchen traditionellen Erwartungen zu beugen. Am Ende endete ich noch, um Merlins Willen, wie meine Mutter, deren einziger Lebensinhalte im Herumkommandieren der Hauselfen und der Sorge um ihre Familie bestanden. Und auch abgesehen davon, hatte ich in meinem Elternhaus auch nie wirklich gelernt, wie man mit eigenen oder fremden Gefühlen gut umging...
Deswegen nahm ich erstmal einen großen Schluck Butterbier. Ja, das mochte irgendwie eine ungesunde Angewohnheit sein, bei emotional fordernden Situationen mal zu Alkohol zu greifen, aber das war mir gerade (eigentlich immer) entschieden egal. In dem Zeug hier schien der Alkoholgehalt sowieso, leider, relativ gering zu sein.
Emma schien mich unterdessen sowieso ein wenig durchschaut und auch zu ihren eigenen Schlüssen gekommen zu sein, immerhin lächelte sie leicht und stimmte mir zu. Ihr Lächeln, dieses echte Lächeln, das war... Ich war nie künstlerisch begabt gewesen, aber so, wie Emma mich jetzt anschaute, mir in die Augen blickte und zaghaft lächelte, da wünschte ich mir plötzlich, ich könnte sie mit diesem Gesichtsausdruck zeichnen. Auch wenn ich ihr selbst mit erheblich mehr Talent nicht gerecht werden könnte. Ich trank einen weiteren Schluck Butterbier. Dabei hoffte ich auch, das viel zu breite Lächeln, das sich automatisch bei ihren Worten auf mein Gesicht geschlichen hatte, im Bierkrug zu verstecken. Was dachte ich denn da schon wieder. Ich musste das hier dringend auf weniger gefährliche Bahnen lenken. "Na dann... wollen wir von hier verschwinden?" sagte ich, sanfter als ich es beabsichtigt hatte, und zwinkerte ihr schnell noch zu, damit das spielerischer rüberkam und nicht so emotional.

Emma &' Nevenka | Auf der Willkommensfeier
von Nevenka am 15.04.2023 01:52Als Emma zugab, dass es ihr damals auch gefallen hatte, schlich sich ein Lächeln auf mein Gesicht, auch wenn mir das andere Mädchen dabei nicht in die Augen schauen konnte. Dass sie meinetwegen nervös war schmeichelte mir; andererseits, konnte ich ihre Gefühle auch irgendwie nachempfinden, war ich doch selbst nicht gerade ruhig. Immerhin war ich nicht die einzige, die etwas nervös war. Gleichzeitig war ich selbst verwundert, dass ich überhaupt so etwas wie Nervosität verspürte. Normalerweise fühlte ich mich in solchen Situationen schließlich sehr selbstsicher; zumindest solange, bis nicht irgendwelche komplizierten Gefühle darin verwickelt waren. Vielleicht war es auch, das, was mich ein wenig überforderte. Nämlich, dass mir dieses Zusammentreffen zwischen uns damals irgendwie wichtiger, besonderer erschien als irgendwelche andere Knutschereien. Vermutlich lag das nur daran, dass mich Emmas Persönlichkeit irgendwie faszinierte und sie besonders gut im Küssen war. Mehr steckte da sicher nicht dahinter. Das hoffte ich zumindest.
Bei Emmas nächsten Worten erstarrte ich dann kurz. Denn das hier wurde nun endgültig zu kompliziert. Die junge Frau vor mir schien fast ein wenig bedrückt, was mich zugegebenermaßen irgendwie überforderte. So eine Konversation hatte ich noch nie wirklich führen müssen. Entweder meinen Partnern und Partnerinnen, wenn man die überhaupt so nennen konnte, war es recht gewesen, dass wir nur eine körperliche Beziehung eingegangen waren oder ich hatte die, die sich mehr erhofften, gleich abserviert.
"Ich finde es einfacher, locker mit sowas umzugehen", antwortete ich ihr nach einer kurzen Pause fast ein wenig zögerlich. Irgendwas an Emma brachte mich dazu, ehrlich zu sein. Ich konnte noch nicht einschätzen, ob ich das gut oder furchtbar fand. Irgendwie beides, vermutlich.

Re: Kol's Kontakte
von Nevenka am 12.03.2023 21:58Ich hätte hier gerne als kleine Schwester für Nevenka vielleicht sowas wie (frühere) Vertrauensperson, Beziehungsratgeber, Partner in crime und/oder Partyfreunde? Wir hatten ja schon das Wesentliche abgeklärt, einfach, dass wir noch Rubriken im Beziehungsbogen hinzufügen? :)
EDIT: Die beiden können sich als Kinder auch gerne mal geprügelt haben, jetzt wo ich die Kategorie sehe xD

Re: Eingang
von Nevenka am 11.03.2023 16:26Das Kampftraining gehörte tatsächlich zu meinen Lieblingsfächern, was vielleicht auch deutlich wurde, weil ich doch ziemlich begeistert davon erzählt hatte. Ich fand es ziemlich wichtig, zu wissen, wie man kämpft, und auch wie man sich unter Druck oder in Gefahrensituationen am besten zu verhalten hatte, beziehungsweise strategisch dachte. Mich hätte auch Überlebenstraining als Wahlfach gereizt. Jedoch hatte ich mich dann doch bei der Wahl dagegen entschieden. Immerhin übernachtete man im Rahmen dieses Faches auch mal tagelang in der Wildnis und musste zurecht kommen. Dafür legte ich zu viel wert auf eine Dusche und mein Bett. Außerdem fror ich nicht gerne. Und mit Englisch konnte ich mir ganz einfach ohne großen Aufwand gute Noten holen dank der zahlreichen internationalen Kontakte meines Vaters.
"Verteidigung gegen die dunklen Künste haben wir gar nicht. Dafür gibt es das Fach 'Duellieren'. Dort beschäftigen wir uns mit magischen, offensiven und defensiven Kampftechniken. Lernt ihr gar keine Angriffe?" fragte ich verwundert. Bei uns waren die immerhin fest im Stundenplan verankert. Wir lernten nicht nur Angriffsmagie in Duellieren, sondern wurden ja schließlich auch in dunklen Künsten unterrichtet. Und auch speziell in Flüchen, wenn man das belegt hatte. Mich hatte damals Legilimentik einfach mehr gereizt. Ich hoffte, ich konnte mein Wissen hier auch vertiefen. Bisher kam mir der Lehrplan in Ilvermorny eher zweifelhaft vor. Was lernten die hier denn?
"Baut ihr dann Zauberstäbe oder wie?" meinte ich noch neugierig, dachte mir aber innerlich, wer denn den Zauberstab eines Anfängers verwenden wollte. Gute Ergebnisse konnten da ja wohl kaum herauskommen. Studierte man Zauberstabkunde nicht jahrelang?
Beim Eingangstor angekommen wurde ich ganz aufgeregt. Ich war gerne draußen und konnte kaum erwarten, mehr von den Ländereien zu sehen.
"Wer sind die da?" fragte ich Finnley, sobald ich die Statuen am Tor entdeckte und zeigte auch auf sie.

Re: Butterbierstand in der Eingangshalle [Willkommensfeier]
von Nevenka am 11.03.2023 15:34Meine Augen wurden groß, als Emma sich entschuldigte. Das hatte ich nicht erwartet. Nicht in hundert Jahren. Sie kam mir nicht wie der Typ vor, der sich bei anderen entschuldigte. Machte mich das zu etwas besonderem? Bei dem Gedanken stahl sich ein Lächeln auf meine Lippen. Und gleichzeitig erfuhr ich auch einen Hauch von Panik. Warum bedeutete mir das so viel? Warum war es mir wichtig, dass sich Emma bei mir entschuldigte oder nicht? Ich versuchte diese offensiven Gedanken schnell verschwinden zu lassen, doch es wollte mir nicht so recht gelingen. Ich wollte nicht, dass mir hier irgendetwas bedeutete. Das war gefährlich. Emotionale Bindungen waren problematisch. Und gleichzeitig war da diese Stimme in meinem Inneren, die verlangte, dass das hier mehr war als nur ein weiterer belangloser Flirt.
Ich hoffte, dass man mir meinen inneren Tumult nicht allzu sehr anmerkte und versuchte mich nun doch wieder auf das Gespräch und die schöne junge Frau vor mir zu fokussieren. Das war einfach. Ich konnte nur zu leicht in ihren schokoladenbraunen Augen versinken und alle Gedanken vergessen.
"Überraschend, ja vielleicht", antwortete ich mit einem vorsichtigen, aber verschmitztem Lächeln.
"Aber trotzdem habe ich's genossen..."

Re: Bibliothek
von Nevenka am 06.03.2023 00:37"Ja, voll. Aber es ist wirklich nützlich. Wir lernen viele Kampftechniken, vor allem im Nahkampf. Das reicht von Ringen und Faustkampf bis zu Fechten und Messerkampf. Außerdem wird taktisches Denken geschult. Ich bin ziemlich gut mit dem Dolch", erzählte ich weiter und war am Ende auch sichtlich stolz auf meine Fähigkeiten.
"Werdet ihr auch in Kampfkunst unterrichtet?" fragte ich Finnley neugierig. Im Laufe unseres Gesprächs war mir klar geworden, dass Ilvermorny unterschiedlicher als Durmstrang war, wie ich angenommen hatte. Deswegen - und auch weil Finnley sich nicht gerade wie ein Experte geäußert hatte - entschied ich mich zu fragen, bevor ich automatisch annahm, dass es in Ilvermorny auch Kampftraining gab.
Als wir die Bibliothek betraten, schaute ich mich kurz um, spektakulär war es hier jedoch nicht. Es war eben eine sehr große Bibliothek. Die Abteilung der Fiktion interessierte mich zwar, jedoch fand ich auch die Sachbücher teilweise spannend. Vielleicht konnte ich mich innerhalb der nächsten Wochen mal genauer hier umschauen. Ein echter Bücherwurm war ich aber nicht, weshalb ich mich dann schon wieder zur Tür wandte. Auf Finnleys Antwort war ich allerdings weiterhin gespannt.

Re: Butterbierstand in der Eingangshalle [Willkommensfeier]
von Nevenka am 06.03.2023 00:14Die kalten Worte, die Emma über das Vergangene verlor, versetzten mir einen unerwartet schmerzhaften Stich, was sich vielleicht auch kurz auf meinem Gesicht widerspiegelte, bis ich mich wieder äußerlich unter Kontrolle hatte. Dass sie alles, was zwischen uns beiden passiert war, als Fehler betrachtete, tat weh. Das kratzte schon allein deutlich an meinem nicht gerade kleinem Ego; Ich wollte kein Fehler sein. Auch nicht einer von ihren. Besonders nicht einer von ihren. Was das jetzt so genau für meinen emotionalen Gefühlszustand bedeutete, konnte und wollte ich nicht weiter analysieren.
Was ich klar zuordnen konnte, war meine Enttäuschung und nach wie vor ein wenig Verwirrung. Hatte sie nicht gerade noch meinetwegen gelächelt? Oder hatte ich mir das eingebildet?
Und da waren immer noch meine Hände auf ihrem Körper, die Emma weiterhin nicht abschüttelte. Also entfernte ich meine linke Hand von ihrer Schulter, blieb aber mit der rechten an ihrem Rücken und ließ sie langsam herunter zu ihrer Taille wandern.
"Schade, dass du uns als Fehler betrachtest..." raunte ich dabei, mein Atem auf Emmas Hals.
Danach entfernte ich mich wieder von ihr und ließ sie los, auch wenn jeder Instinkt in mir danach schrie, sie festzuhalten.

Re: Eingangshalle
von Nevenka am 05.03.2023 16:56"Naja, es gibt jetzt keine feste Zeit. Aber wenn man was vom Frühstück haben möchte, sollte man schon spätestens um 5:30 Uhr erscheinen. Ich stehe meistens kurz nach vier auf, weil ich nicht aussehen möchte wie der letzte Zombie. Außerdem sind da meistens noch ein paar Duschen frei", erzählte ich locker. Ich war daran schon so gewöhnt, dass das für mich nicht spektakulär war. Allerdings konnte ich mir schon vorstellen, dass es für jemanden, der um acht Uhr mit dem Unterricht begann, merkwürdig klingen musste.
Deswegen fügte ich erklärend hinzu: "Auch wenn dadurch natürlich vor allem Disziplin gelehrt wird, ist es hilfreich, dass man sich so vor dem Kämpfen bei Sonnenaufgang stärken kann. Ich habe mal verschlafen und musste dann mit leerem Magen mitmachen. Danach hatte ich gar keine Energie mehr."
Dass wir nochmal in den Keller mussten, fand ich zwar ein wenig nervig, aber trotzdem winkte ich seine Entschuldigung nur mit einer Handbewegung ab. Dann dackelten wir halt nochmal runter. Nach der langen Reise war es mir sowieso recht, mir ein wenig die Beine zu vertreten.











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