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Re: Klassenzimmer für Alte Runen
von Nevenka am 14.06.2026 13:56Das seltsamste an den Nächten hier war die Dunkelheit. Schwarze Finsternis hüllte das Schloss in ihren Mantel, die einzige Lichtquelle das fahle Mondlicht, das gespenstisch am Himmel glühte, aber nicht vermochte, die Zimmer wirklich zu erhellen. Die Dunkelheit gepaart mit der warmen Sommerluft erinnerte sie an Zuhause, an Familie. Durmstrang lag so weit oben im Norden, dass die Sonne bereits Ende Frühling und im Frühsommer niemals unterging und ihr gleißend helles Licht stets die Nächte erleuchtete. Die weißen Nächte. Zuhause in Bulgarien während der Sommerferien aber, da herrschte abends schon Dunkelheit am Himmel. Doch jetzt, während des Schuljahrs zu dieser Jahreszeit, war sie an den schwarzen Nachthimmel gar nicht gewöhnt. Vielleicht einer der Gründe, warum Nevenka noch kein bisschen Müdigkeit verspürte. Das, oder weil sie gerade dabei war, mehrere Schulregeln gleichzeitig zu brechen. Und zwar mit voller Absicht. Regeln waren für sie eher... Handlungsvorschläge, die eine langweilige und spaßbefreite Existenz auf dem schnellsten Wege garantierten. Und Schlaf entfloh ihr ohnehin. Außerdem hatte sie im ganzen Trubel mit der Ankunft an eine völlig andere Schule inklusive anderer Kultur und teilweise anderen Fächern bisher noch wenig Zeit gehabt für nächtliche Eskapaden mit ihren Freunden. Die sich allerdings bei der Einteilungszeremonie für Horned Serpent entschieden hatten, weswegen sie beim Abendessen beschlossen hatten, sich oben auf dem Nordturm zu treffen. Anscheinend konnte man vom Turmzimmer aus durch eine Luke direkt aufs Dach des Turmes. Auch das erinnerte Nevenka wieder an Zuhause. Unter dem nächtlichen Sonnenlicht hinter einem versteckten Vorsprung auf dem Schuldach sitzen, mit Blick auf den schwarzen Bergsee mit einer herumgereichten Flasche Wodka gegen die Kälte, die auch im Sommer nie ganz aus den Knochen wich.
Also warf sich Nevenka ihren dunkelroten Morgenmantel über und verstaute in dessen Taschen links ein, teils schon zerfleddertes, Zauberschnippschnapp Kartendeck, das sie aus nostalgischen Gründen noch nicht ersetzt hatte, und eine Flasche Schlaftrunk, in der sich natürlich Alkohol und kein Einschlafelixir befand, und rechts ihren Zauberstab. Sie war schon zuoft nachts irgendwo hingeschlichen, dass sie aus Erfahrung wusste, dass man strümpfig viel besser unauffällig unterwegs war als in irgendwelchen Schuhen. Deswegen tappte sie so ausgerüstet leise an den anderen, bereits schlafenden Mädels in ihrem Schlafsaal vorbei. Was für Langweilerinnen. Immerhin konnte so niemand petzen, was niemand mitbekam. Im Gemeinschaftsraum des Hauses dagegen saßen noch ein paar flüsternd zusammen, die zwar erst aufschreckten, aber sich dann sofort merklich entspannten und zu ihrem Gespräch zurückkehrten. Klar, Nevenka war ja keine Vertrauensschülerin, die hier alle in ihre respektiven Schlafsäle verwies. Es war schon deutlich leichter, sich mit Menschen innerhalb eines Hauses nachts zu treffen. Die anderen hier mussten sich immerhin nicht durch die halbe Schule schlagen. Etwas genervt, aber auch freudig erwartungsvoll, verließ sie den Gemeinschaftsraum und betrat den Korridor. Wenn sie nicht vorher schon hellwach gewesen wäre, wäre sie das spätestens jetzt. Ein Gefühl der Aufregung kribbelte in ihrer Brust. Der Nervenkitzel verbotener Aktionen. Leise schlich sie die schon vertrauten Korridore des Ostturms entlang. Sie wagte nicht, ihren Zauberstab mit einem einfachen Lumos zu erleuchten, ging aber dank der geheimnisvoll flackernden Lichter an den Wänden sowieso nicht ganz im Dunkeln. Im Nordturm unbemerkt angekommen, steuerte sie die große Wendeltreppe nach oben an. Nevenka kannte sich hier nicht gut aus, Finnley hatte bei ihrer Tour an ihrem ersten Tag hier die Türme aufgrund der unfassbaren Größe des Schlosses und der mangelnden Zeit quasi ausgelassen. Theoretisch befand sich das Klassenzimmer für Geschichte der Zauberei hier irgendwo, aber diese Langeweile hatte sie sich bisher noch nicht oft angetan. Deswegen konnte sie ihre Besuche im Nordturm gerade mal an einer Hand abzählen. Eigentlich musste sie ja nur der Treppe nach oben folgen. Die schien aber hier vor ihr zu enden und in einen weiten Korridor zu münden. Vermutlich führt eine weitere weiter nach oben. Innerlich seufzend und definitiv nicht reflektierend, dass sie nicht so stolz hätte sein sollen und sich unten treffen und den Weg von ihren Freunden gezeigt bekommen hätte können, lief sie weiter voran. Sie würde sich auf jeden Fall nicht eingestehen, dass sie sich verlaufen hatte. Hatte sie ja auch nicht. Die Treppe musste ja irgendwo ganz in der Nähe sein. Nevenka huschte weiter durch die Dunkelheit, vorsichtig darauf bedacht, kein Geräusch zu erzeugen. Da knarzte eine Diele des Holzbodens.
Es war nur ein ganz leises Knarzen, aber durch die nächtliche Stille schien es ihr wie ein Knallen eines fehlgeleiteten Zauberspruchs durch die Gänge zu schallen. Die kleinsten Geräusche wirkten nachts verstärkt. Innerlich fluchte sie über ihr Unwissen dieser Stelle. In Durmstrang kannte sie sich nach fünf Jahren so gut aus, dass sie die Kontrollgänge der Lehrkräfte und Vertrauensschüler auswendig kannte, wusste, wo sich Falltüren und Geheimgänge befanden und hatte mit dem Steinboden nicht mit knarzenden Dielen zu rechnen. Unwillkürlich fühlte sie sich beobachtet, bemerkt. Aber das war vermutlich nur Einbildung. Sie setzte ihren Weg weiter fort, aber langsamer, um ja kein weiteres Geräusch zu verursachen. Die nächste Wandleuchte flackerte, wirkte fast schon bedrohlich. Ihr Nacken kribbelte unangenehm. Instinktiv spürte sie, dass sie entdeckt worden war, auch wenn sie weder Schemen noch Schatten einer weiteren Person ausmachen konnte. Unwillkürlich flüchtete sie sich einen Schritt zurück, hinter die Ecke des Ganges, vorbei an einer verschlossenen Tür zu einem Klassenzimmer. Sie presste sich an die Wand, versuchte ihren Atem zu beruhigen, der durch die Aufregung etwas schneller geworden war. Da waren definitiv Schritte. Obwohl sie schon damit rechnen konnte, lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken, als eine Stimme durch die Stille der Nacht schnitt. Verdammt. Sie wäre gerne einfach hier, noch von der Ecke verborgen stehen geblieben, aber ihr war natürlich klar, dass ihr "Versteck" sofort bemerkt werden würde, wenn die junge Frau, der die Stimme gehörte, noch zwei Schritte weiterging. Noch einmal durchatmend glitt sie also von ihrem Platz an der Wand hervor, ging um die Ecke und stand einer Person gegenüber. Nur beleuchtet von der nächsten altmodischen Wandlampe konnte sie nicht genau ausmachen, wer da vor ihr stand. Das golden schimmernde Metallabzeichen der Schulsprecherin glänzte aber im schwachen Kerzenschein der Lampe. Besser, als von einer Lehrkraft aufgelesen zu werden, immerhin. Und sie würde sich auf jeden Fall nicht einfach still ihrem Schicksal fügen, sondern wenigstens versuchen, sich hier rauszureden. Ihre Freunde warteten immerhin noch auf sie. Und die Schülerin vor ihr wirkte deutlich entspannter als sie gedacht hatte. Mit einem Selbstbewusstsein, das sie nie ablegte, stützte sie sich lässig mit einem Arm an der Wand ab, als hätte sie jedes Recht der Welt, gerade hier zu sein. "Ist das echt die Ausrede, die du am öftesten hörst?" fragte sie locker mit einem neckischen Lächeln auf ihren Lippen. Schelm blitzte in in ihren Augen. Auch ihre Stimme war fest, keine Spur von dem mulmigen Gefühl in ihrem Bauch, wenn sie an den Strafdienst dachte, der ihr das hier vielleicht einbrocken würde. Was ihr aber selbst auffiel, sobald ihr die Worte aus dem Mund geglitten waren, war ihr Englisch. Klar, ihr bulgarischer Akzent war immer herauszuhören, aber irgendwas an dem 'am öftesten' hörte sich für sie selbst schon falsch an. Egal, ein kleiner Sprachfehler war ihr in so einer Situation ja wohl verziehen.

Re: Emma &' Nevenka | Auf der Willkommensfeier
von Nevenka am 12.06.2026 00:03Hätte ich Emmas Versuch, ihr Lächeln zu verbergen, gesehen, hätte ich vielleicht einen neckischen Kommentar dazu losgelassen, aber so hatte ich mich tatsächlich einigermaßen verantwortungsvoll - und das war nun wirklich kein Wort, was ich sonst mit mir assoziierte, oder irgendwer sonst an der Stelle - darauf konzentriert, nicht vom Baumstamm herunterzufliegen, während ich darüber balanciert war, auch wenn mir das Manöver nicht schwer gefallen war. Ha, wofür hatte ich den bitte mit zwei Brüdern jeden Tag im Wald verbracht. Auch Emma gelang der Weg über den Stamm gekonnt. Das hier war natürlich auch ihr Lieblingsort, sie kannte die Strecke vermutlich in und auswendig. Trotzdem betrachtete ich sie anerkennend, wie sie in ihrem bodenlangen Kleid hinüber glitt. Schon wieder fiel mir dabei auf, wie schön sie war. Dass sie meine angebotene Hand nicht ergriff, um ihr herunterzuhelfen fand ich kurz enttäuschend, aber vielleicht wollte Emma auch einfach beweisen, dass ihr das hier mühelos auch ohne fremde Hilfe gelang. Auch wenn ich das nie in Frage gestellt hatte. Ihren Stolz konnte ich jedoch auch irgendwie verstehen. Oder sie war einfach noch mit dem Baumstamm beschäftigt oder hatte die Tatsache berücksichtigt, dass es auf der anderen Seite noch enger war und wir sowieso nicht Hand in Hand nebeneinander weiter laufen konnten, auch wenn ich das natürlich eigentlich beabsichtigt hatte. Beziehungsweise hätte ich ihre Hand einfach weiter in meiner gehalten und gehofft. Ich hoffte auch, dass man mir meine Gedanken nicht anmerkte und ging deswegen rasch weiter nach vorne um die Ecke, einigermaßen an der Wand, um sicherzugehen, und rief lachend nach hinten: "Ich hoffe, du weißt, dass ich jetzt hohe Erwartungen habe!"
(Ich bin jetzt einfach genauso neugierig wie Nevenka, wo du uns hinführst ;))

Re: Beziehungen von Lumi Rajamaa
von Nevenka am 11.06.2026 23:39Hier hätte ich für Nevenka auch gerne was :)
Die beiden könnten sich auf jeden Fall auch schon aus Durmstrang kennen. Wäre quasi für alles von besten Feindinnen über ersten Crush bis zu besten Freundinnen offen, haha. Wegen Lumis großen Verantwortungsbewusstseins würde ich aber fast zu 'nem Zickenkrieg tendieren? Aber bin bei allem dabei, was du möchtest ;)

Re: Finnley & Nevenka | Welcome to Ilvermorny (Fortführung)
von Nevenka am 22.05.2026 15:48Ich war sehr zufrieden, als Finnley mir in einem Punkt Recht gab. Dann sprach er Harry Potter und Voldemort an. Klar, letzterer hatte ohne Zweifel dunkle Künste beherrscht und so weit praktisch umgesetzt, dass mir auch manchmal ein Schauer über den Rücken lief bei dem Gedanken. Aber ich war auch gegen die Pauschalisierung von "schwarze Magie = böse". Und Vater hatte immer betont, dass wir aufgrund unseres reinen magischen Blutes eine besondere Position in der magischen Welt verdient hatten. Soweit ich mich zurückerinnern konnte, war meine Familie Voldemorts Ideologie damals auch nicht unbedingt abgeneigt gewesen, mein Vater hatte auch mal gesagt, dass mit einem fanatisch regierten Zauberergroßbritannien eine rigidere Antinichtlinge Politik in ganz Europa einfach zu implementieren gewesen wäre. Aber da in Bulgarien und den östlichen Staaten sowieso auf magische Herkunft geachtet wurde und die untergeordnete Stellung von Nichtlingen sowieso bekannt war, stand unsere Heimat laut meines Vaters ja schon "richtig" da. Und das baldige Kriegsende habe die magische Gemeinschaft auch enger zusammengebracht in ihrem Bestreben nach Sicherheit und wirtschaftliche Beziehungen in Friedenszeiten stünden immer besser.
Ich war vor allem froh, dass wir in Bulgarien von den Geschehnissen weitgehend unberührt geblieben waren. Während mich Finnleys Erwähnung der jüngeren Geschichte also durchaus nachdenklich gestimmt hatte, wenn auch eher grundsätzlich und nicht wegen seines eigentlichen Arguments, nickte ich nur.
Amerika schien echt rückständig. Immer mit Verboten und Bürokratie. Ich hatte ja sogar meinen Zauberstab anmelden müssen. Weil Finnley mir so eine Steilvorlage gab, es einfach meine Art war und meine Gedanken zwischenzeitlich echt ernster geworden waren und ich die vertreiben wollte, antwortete ich schließlich zwinkernd: "Noch nie was vom Reiz des Verbotenen gehört?"
"Und wir schauen halt einfach ins Schulbuch", ergänzte ich noch, etwas ernster.
Vielleicht hätte ich bei der Erläuterung der Häuserzeremonie echt besser zuhören sollen, statt die neue Schule anzuschauen, das mit der Seele hatte ich nämlich nur noch vage im Hinterkopf. Aber jetzt, wo Finnley davon nochmal erzählte, gefiel mir der Gedanke auch ganz gut. "Mein Patronus ist ein Vogel", verriet ich. "Und durch die Luft zu fliegen, das ist einfach so ein Gefühl der Freiheit, weißt du?" fügte ich noch hinzu.
Finnleys Ortsführung nebenbei nahm ich neugierig zu Kenntnis. Durmstrangs Außengelände schien zwar weitaus größer zu sein, aber die Lage hier am Berg erinnerte schon ein wenig daran. Den Wald würde ich sicherlich alleine auch noch genauer erkunden, wenn sich die Gelegenheit dazu ergab. "Ja, total gerne!" erwiderte ich auf sein Angebot, noch das Quodpotfeld zu besichtigen. Natürlich war Quidditch strategisch viel interessanter und Quodpot war auch einfach nicht so verbreitet in Europa, aber ich hatte trotzdem schon mal ein paar Quodpotspiele gesehen. "Quidditch spielt ihr dann gar nicht?", schloss ich aus seinem Angebot und klang dabei etwas enttäuscht. Naja, die anderen aus durmstrang und ich konnten vielleicht mal auf dem Quodpotfeld ein paar Runden fliegen und Quidditch spielen.

Re: Finnley & Nevenka | Welcome to Ilvermorny (Fortführung)
von Nevenka am 15.05.2026 13:45Finnleys Argumentation überzeugte mich ehrlich gesagt kein bisschen. "Aber wie wollt ihr euch denn gegen etwas verteidigen, von dem ihr nur irgendwann mal theoretisch was gehört habt?", meinte ich deshalb. Gerade weil uns praktisch vorgeführt wurde, was möglich war, lernten wir immerhin erst, wie man in der Situation am besten reagierte.
"Und außerdem ist das doch dumm, sich etwas zu verwehren, nur weil es gefährlich sein kann. Und macht's das nicht noch gefährlicher, wenn es nicht richtig unterrichtet wird, sondern man's sich irgendwie unsicher selbst aneignet?", fügte ich noch überzeugt, aber etwas nachdenklicher hinzu. Dass es eventuell unhöflich rüberkam, dass ich Finnleys Ansicht mehr oder weniger als 'dumm' bezeichnet hatte, bedachte ich nicht wirklich. Stattdessen sprach ich meine Gedanken ziemlich frei heraus. Nur auf Geschäftsevents meines Vaters riss ich mich ein wenig mehr zusammen und bemühte mich, ein paar Manieren aufzusetzen. Bemühte, wohlgemerkt. Wenn ich gut drauf war.
Und ich glaubte ja wirklich, was ich sagte. Lieber gut beigebracht, als dass alle mit gefährlichem Halbwissen irgendwelche Rituale hinnuschelten, weil sie neugierig waren und dann unwiderruflichen Schaden anrichteten. Das Fach "Dunkle Künste" hatte mir meistens auch abgesehen davon einfach Spaß gemacht. Das Ganze hatte schon seinen Reiz. Und tatsächlich waren mir Flüche auch immer schon relativ leicht gefallen.
Parsel, wie das die Ilvermornygründerin gesprochen hatte, klang irgendwie im ersten Moment cooler als es vermutlich tatsächlich war. Was hatten Schlangen denn groß zu sagen? Konnten Tiere überhaupt weiter denken als 'Fressen' und 'Schlafen'? Und generell nahm ich die anderen Infos noch zur Kenntnis, aber war dann doch schnell gelangweilt. Der aufregende Teil schien vorbei zu sein. Und Geschichtliches war einfach so öde. Geschichte der Zauberei hatte ich auch mit Abstand in Durmstrang am meisten geschwänzt. Vielleicht konnte ich den Trend hier fortführen.
Ich folgte Finnley also einen großen Weg entlang von der Eingangspforte zu den Ländereien und ließ ihn reden. Damit er mich allerdings nicht mit noch mehr Geschichtsgedöns zutextete, stellte ich rasch noch eine Frage, die mich tatsächlich so ein bisschen interessierte. Dieses Haussystem kannte ich ja so auch gar nicht. "Du hast dich dann ja auch für den Donnervogel entschieden. Hättest du auch woanders hingehen können?"

Finnley & Nevenka | Welcome to Ilvermorny (Fortführung)
von Nevenka am 13.05.2026 22:10Ich zog meine Augenbrauen sehr skeptisch hoch, ohne, dass ich das wirklich aktiv beabsichtigt hatte. Aber man konnte mir meinen kritischen Blick doch wirklich nicht verüblen. Petrificus Totalus hatte ich vielleicht in der zweiten, nein, sogar in der ersten Klasse in Duellieren gelernt. Das war doch gar kein richtiger Fluch. Und den Gegner nicht verletzten? Das war doch hirnrissig. Der Hauptteil der Jahresabschlussprüfung im Kampftraining letztes Jahr war schließlich ein Duell mit einer Mitschülern gewesen, das mit erstem Blut endete. Ich hatte meine Gegnerin relativ schnell am Oberarm erwischt. Natürlich wurden die Verlierer dann umgehend ins Krankenzimmer geschickt, aber dennoch. Im Duellieren galt zwar theoretisch der Gewinn ab dem Entwaffnen, aber auch da war ein Zauber wie Expelliarmus eher peinlich in der Fünften in der ZAG-Prüfung. Nicht umsonst standen so viele Flüche auf unserem Lehrplan. Ich hatte auch an meiner rechten Schulter selbst eine Narbe solchen magischen Ursprungs. Bei besonderer Kälte ziepte die immer noch. Mein Vater meinte immer, diese umfassende Ausbildung auf Durmstrang bereite uns wenigstens richtig auf Extremsituationen vor. Und ohne Angriff auch keine Verteidigung. "Klingt ziemlich lasch bei euch. Und Petrificus Totalus ist doch nicht mal ein echter Fluch", antwortete ich Finnley also kritisch. "Generell fehlt euch doch dann ein ganzer Zweig der Magie", fügte ich weiter stirnrunzelnd hinzu.
Irgendwie konnte ich mir das nicht so gut vorstellen. Zauberstäbe waren immerhin das Kernstück unserer Magie, fast schon eine Erweiterung unserer selbst. Und war die Ausbildung als Zauberstabmacherin nicht auch super kompliziert und dauerte ewig? Da wollte ich dann keinen ollen Stock von einem gelangweilten Siebtklässler haben. Deswegen schaute ich hier auch nur wenig überzeugt drein.
Deutlich interessierte schaute ich dann, als Finnley von der Schulgründerin Isolt Sayre erzählte. "Voll die krasse Geschichte, die hinter euer Schulgründung steckt. Haben die vier sich dann auch das mit den Häusern und den Tierwesen ausgedacht?"

Re: Emma &' Nevenka | Auf der Willkommensfeier
von Nevenka am 13.05.2026 21:24Besonders nach der langen Schifffahrt quer über den Atlantik vor ein paar Tagen machte das hier gleich richtig Spaß, unter freiem Himmel, dicht an der Mauer entlang einem Pfad quasi ins Ungewisse zu folgen, den man nur noch mit viel Wohlwollen als angelegten Weg bezeichnen konnte. Vor allem mit Emma als Begleitung. Irgendwie war das immer noch surreal. Dass sie hier tatsächlich vor mir stand. Und mir ihren Lieblingsort anvertrauen würde, der, schon allein diesem weg hier nach zu urteilen, nicht von allen täglich besucht wurde. Bei dem Gedanken, dass sie mir vielleicht tatsächlich irgendeinen geheimen, persönlichen Ort anvertraute, wurde mir irgendwie ganz angenehm warm. Beim Anblick des Abgrunds, der sich dann vor uns auftat, kam noch eine gute Portion Abenteuerlust dazu. Angst hatte ich keine. Nervenkitzel und Adrenalin gaben mir sowieso eher einen Kick als Panik. Ihren mühelos-eleganten Schwenker mit dem Zauberstab für die Impromptu Brücke über den Abgrund bemerkte ich mit einem Lächeln. Das hier war so verdammt viel besser als dieses Willkommensfest.
"Da hast du sowas von Recht", stimmte ich ihr begeistert zu. "Na dann..." begann ich und legte sanft einen Arm um ihre Taille und zog sie kurz an mich, damit sie weder an Mauer anstieß noch dem Abgrund zu nahe kam, während ich mich an Emma vorbeischob. Bei diesem Manöver grinste ich ihr frech zu. Als wir so standen, dass ich vor der Brücke war, ließ ich meine Hand (leider) wieder fallen. Und da wollte nochmal jemand sagen, dass ich nicht auch charmant sein konnte. Immerhin hätte ich auch die Gelegenheit ergreifen können, und Emma leidenschaftlich gegen die Mauer drücken und die schöne junge Frau vor mir küssen können, wenn sie das gewollt hätte. Ok, das Gedankenbild musste ich schnell loswerden, sonst konnte ich mich nicht mehr auf den Balanceakt mit dem Baumstamm konzentrieren. Der sah allerdings recht stabil aus. Mit einem letzten verschwörerischen Grinsen und einem "wir sehen uns auf der anderen Seite, Skăpa" balancierte ich elegant über den Baumstamm auf die andere Seite der Schlucht und hüpfte spielerisch vom Stamm auf den Boden herunter. Dann drehte ich mich wieder zu Emma um und wartete auf sie mit einer ausgestreckten Hand.

Re: Emma &' Nevenka | Auf der Willkommensfeier
von Nevenka am 19.04.2026 21:25Ich lachte leise und erwiderte ihren Knicks meinerseits mit einer spielerischen, angedeuteten Verbeugung. Dann folgte ich Emma durch die große Pforte nach draußen. Dort blieb ich erstmal kurz stehen, um die kühle Abendluft einzuatmen. Die Sonne musste gerade erst untergegangen sein und vereinzelt schimmerten schon Sterne am Himmel. Als Emma wieder zu reden begann, folgte ich ihr schnell und gesellte mich wieder neben die Blondine. Dass es hier schön war, glaubte ich ihr sofort. Schon bei meiner ersten Tour durchs Schloss mit Finnley war mir rasch klar geworden, dass das ganze Ambiente hier völlig anders war als in Durmstrang. Irgendwie weniger voller Disziplin und mehr wie ein Zuhause.
"Na dann hast du mich ja dringend gebraucht, um dich mal rauszulocken", antwortete ich grinsend. Emma wirkte auch nicht wirklich wie jemand, der gerne zwischen Bäumen und Sträuchern herumstreunerte. Schon beim Kräuterkundeunterricht beim Umtopfen von Pflanzen konnte ich sie mir schwer vorstellen mit ihren perfekten Nägeln und ihrer ganzen Attitüde. Gerade deswegen war ich auch wahnsinnig gespannt, wohin sie mich eigentlich genau führte. Ich blickte mich neugierig in der Gegend um, wich ihr aber nicht von der Seite. "Da ist sich aber jemand sicher", neckte ich sie, vertraute ihr aber irgendwie auch.

Re: Emma &' Nevenka | Auf der Willkommensfeier
von Nevenka am 13.04.2026 21:54Ehrlich gesagt war ich irgendwie mit anderen Gedanken beschäftigt gewesen, als mir Sorgen zu machen, dass Emma ablehnen würde, die öde "Party" hier zu verlassen. Und auch abgesehen davon war ich Ablehnung auch nicht gewohnt oder machte mir generell allzu viele Gedanken, bevor ich irgendwas sagte. Aber jetzt war ich doch irgendwie glücklich, dass Emma nicht lieber hier blieb.
Während sie ihre Vorschläge machte, bewunderte ich beeindruckt ihre makellosen Nägel. Ich schminkte mich zwar auch gern und wusste, was gut an mir aussah, aber mit dem Kampfsport und Quidditch war Nagellack bei mir meistens nach einem Training schon nicht mehr perfekt. Und zum ständigen Lackieren fehlte mir auch die Geduld.
"Zeig' mir deinen Lieblingsort draußen, Skăpa*. Ich bin gerne unter freiem Himmel", antwortete ich ihr mit einem Grinsen. Der eingestreute bulgarische Begriff rollte mir ganz natürlich und unbedacht von der Zunge. Aber hey, wir hatten schon miteinander rumgemacht und ich für meinen Teil war sowieso ständig am Flirten, da war das nichts besonderes.
*(also Bulgarisch kann ich nicht, haha, aber hab nachgeschaut, das ist einfach so was wie darling oder love im Englischen)











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