Eingang
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Re: Eingang
von Nevenka am 11.03.2023 16:26Das Kampftraining gehörte tatsächlich zu meinen Lieblingsfächern, was vielleicht auch deutlich wurde, weil ich doch ziemlich begeistert davon erzählt hatte. Ich fand es ziemlich wichtig, zu wissen, wie man kämpft, und auch wie man sich unter Druck oder in Gefahrensituationen am besten zu verhalten hatte, beziehungsweise strategisch dachte. Mich hätte auch Überlebenstraining als Wahlfach gereizt. Jedoch hatte ich mich dann doch bei der Wahl dagegen entschieden. Immerhin übernachtete man im Rahmen dieses Faches auch mal tagelang in der Wildnis und musste zurecht kommen. Dafür legte ich zu viel wert auf eine Dusche und mein Bett. Außerdem fror ich nicht gerne. Und mit Englisch konnte ich mir ganz einfach ohne großen Aufwand gute Noten holen dank der zahlreichen internationalen Kontakte meines Vaters.
"Verteidigung gegen die dunklen Künste haben wir gar nicht. Dafür gibt es das Fach 'Duellieren'. Dort beschäftigen wir uns mit magischen, offensiven und defensiven Kampftechniken. Lernt ihr gar keine Angriffe?" fragte ich verwundert. Bei uns waren die immerhin fest im Stundenplan verankert. Wir lernten nicht nur Angriffsmagie in Duellieren, sondern wurden ja schließlich auch in dunklen Künsten unterrichtet. Und auch speziell in Flüchen, wenn man das belegt hatte. Mich hatte damals Legilimentik einfach mehr gereizt. Ich hoffte, ich konnte mein Wissen hier auch vertiefen. Bisher kam mir der Lehrplan in Ilvermorny eher zweifelhaft vor. Was lernten die hier denn?
"Baut ihr dann Zauberstäbe oder wie?" meinte ich noch neugierig, dachte mir aber innerlich, wer denn den Zauberstab eines Anfängers verwenden wollte. Gute Ergebnisse konnten da ja wohl kaum herauskommen. Studierte man Zauberstabkunde nicht jahrelang?
Beim Eingangstor angekommen wurde ich ganz aufgeregt. Ich war gerne draußen und konnte kaum erwarten, mehr von den Ländereien zu sehen.
"Wer sind die da?" fragte ich Finnley, sobald ich die Statuen am Tor entdeckte und zeigte auch auf sie.
Re: Eingang
von Finnley am 12.03.2023 14:42Obwohl Nevenkas Frage, ob wir dann Zauberstäbe bauten 'oder wie' etwas despektierlich formuliert war, was mich insgesamt ein wenig ärgerte, antwortete ich freundlich: "Ja, so ungefähr. Natürlich lernen wir zuerst einige theoretische Dinge über Holzarten, Kerne, Länge und Eigenschaften - wann man bestimmtes Holz am besten sammelt, welches man direkt vom Baum abschneiden darf und so weiter. Die UTZ-Schüler arbeiten dann fast nur noch praktisch und die besten Zauberstäbe, die sie herstellen, werden dann an die nächsten Erstklässler weitergegeben. Natürlich springt die Lehrkraft ein, wenn es nicht genug gute gibt." Zauberstabkunde war eigentlich ein faszinierendes Fach. Nicht unbedingt das, was ich mal machen wollte (mein handwerkliches Talent war auch eher mittelmäßig ausgeprägt), aber vielleicht schaffte ich es ja wirklich, im Laufe meines gesamten Abschlussjahres einen Zauberstab zu fertigen, der einem Erstklässler übergeben werden konnte. Cool wäre es auf jeden Fall.
Als wir uns den Ländereien näherten, schien in Nevenka ziemliche Vorfreude aufzukommen. Da war sie wieder, ihre fast kindliche Ader, die sich auch in ihrer Frage äußerte, wer denn 'die da' seien. Ss brachte mich zum Lächeln, während ich ihr antworte: "Das sind James und Isolt Stuart - geborene Isolt Sayre, zwei der Gründer von Ilvermorny." Da ich nun bereits im Erklärungsmodus war, fügte ich noch hinzu: "Isolt war auf der Flucht vor ihrer Tante Gormlaith aus England, die ihre Eltern umgebracht hatte." Aus Respekt erwähnte ich keine schwarze Magie. "Hier in Amerika hat sie dann James kennengelernt und mit ihm zwei Waisenjungen adoptiert, Chadwick und Webster. Später haben dann alle vier gemeinsam Ilvermorny gegründet, wobei Isolt und James natürlich die Hauptarbeit übernommen haben. Deswegen stehen ihre Statuen hier." Ich hätte die Geschichte natürlich noch viel detaillierter erzählen können - es juckte mir vor allem in den Fingern zu erwähnen, dass James ein Muggel gewesen war -, doch ich beließ es vorerst dabei, da ich Nevenka nicht in einem Schwall an Informationen ertränken wollte, nach denen sie gar nicht gefragt hatte. Wobei ich das mit James eventuell noch irgendwie einstreuen könnte, wenn es passte...