Catherine &' Arabella | Bahnsteig | vor circa 2 Jahren
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Re: Catherine &' Arabella | Bahnsteig | vor circa 2 Jahren
von Arabella am 15.05.2026 12:12Ich war extrem erleichtert, als meine Mutter das Zeugnis einfach so kommentarlos unterschrieb, denn ich hätte ihr durchaus zugetraut, dass der Anblick meiner Besenflugnote schwarz auf weiß einen erneuten Regen an Vorwürfen auslöste. Zum Glück war dem nicht so. Während sie im Bad war, brachte ich meine Sachen in mein Zimmer (meine Eule ließ ich noch in ihrem Käfig; ich würde sie wegen der Muggel erst hinaus lassen, wenn es draußen dunkel war), begab mich dann aber wieder zurück ins Wohnzimmer, da ich schon damit rechnete, dass sie noch einmal mit mir würde reden wollen, bevor sie sich auf dem Weg zu dem Essen machte. Und da hielt ich es für höflicher, direkt im Wohnzimmer auf sie zu warten, statt sie noch an mein Zimmer klopfen zu lassen. Auf solche Kleinigkeiten war ich schließlich meine gesamte Kindheit über gedrillt worden und ein Jahr "Abwesenheit" in Beauxbatons hatte nicht dazu geführt, dass ich sie vergaß.
Mit meiner Vermutung behielt ich recht: meine Mutter kam kurz darauf herein, um mir ihr Outfit zu zeigen. Um ehrlich zu sein gehörte Mode nicht zu meinen besonderen Interessen, obwohl mir natürlich klar war, dass es wichtig war zu wissen, wie man sich kleidete. Und meine Mutter sah genau so aus, wie sie mir stets beigebracht hatte, dass man das tat, wenn man zu einer internationalen politischen Veranstaltung unterwegs war. "Sehr passend", antwortete ich also in meinem typischen, neutralen Tonfall. Ich hätte noch weiter ausführen können, warum es passend war, aber einerseits wusste meine Mutter das sicherlich selber und andererseits war es nicht meine Art, mehr zu sagen als nötig.

Re: Catherine &' Arabella | Bahnsteig | vor circa 2 Jahren
von Catherine am 20.05.2026 19:38"Gut", murmelte ich auf Arabellas Einschätzung meines Outfits hin, während ich den linken, widerspenstigen Ärmel zurechtzupfte. Hastig überprüfte ich meine Tasche um sicherzugehen, dass ich auch alles eingepackt hatte. Dann ließ ich meinen prüfenden Blick über die Wohnung schweifen. Alles war sauber und penibel an seinem Platz verstaut, mit Ausnahme der Küche - dem Ort, den ich noch nie leiden konnte. Schnell ließ ich mit einer raschen Bewegung meines Zauberstabs noch ein paar dreckige Teller und Schüsseln in die Spüle fliegen und warf eine leere Packung Instantnudeln weg. Kochen war eine Beschäftigung für die man Zeit brauchte, zu viel Zeit. Mit einem Seufzen wandte ich mich zu Arabella. Wegen dem Meeting hatte ich keine Möglichkeit ihr etwas zum Essen zu besorgen. Bestimmt war die Verpflegung im Zug kein Ersatz für eine ganze Mahlzeit. "Hier", ich legte ihr ein bisschen Muggelgeld auf den Tisch. "Bestell dir etwas zum Essen, wir haben nicht viel hier. -Und vergiss ja nicht nach Besenflugstunden zu suchen", mahnte ich nochmals eindringlich. Die Angelegenheit war wirklich nicht zu unterschätzen.
Re: Catherine &' Arabella | Bahnsteig | vor circa 2 Jahren
von Arabella am 20.05.2026 20:19Ich war es schon gewohnt, dass unsere Küche aus der sonst perfekt sauberen Wohnung herausstach. Verstehen konnte ich allerdings nicht wirklich, warum meine Mutter in dieser Hinsicht so unordentlich war. Klar, kochen war nun auch nicht meine Lieblingsbeschäftigung (in den letzten ein, zwei Jahren hatte ich damit begonnen, das manchmal zu übernehmen), aber ich sah es als ein notwendiges Übel an. Genauso wie das Aufräumen danach. Zeitverschwendung war natürlich etwas schlimmes, aber die Küche sauber zu machen fiel meiner Meinung nach nicht darunter. Und Unordnung empfand ich sowieso als noch schlimmer. Ich nahm mir vor, diese heute noch zu beseitigen, sagte aber nichts dazu. Zu groß war die Angst, dass meine Mutter das als Kritik an sich verstehen würde. Eine fertig aufgeräumte Küche würde sie aber wohl nicht stören, hoffte ich zumindest.
"Danke", sagte ich brav, als sie mir das Muggelgeld auf den Tisch legte. Ich wusste bereits, was ich mir bestellen würde: Gemüsecurry - lecker und außerdem gesünder als die meisten Alternativen beim Lieferdienst. Auch wenn sie nichts dazu sagte, war ich mir ziemlich sicher, dass meine Mutter keine Pizzaschachtel im Müll vorfinden wollte, wenn sie zurückkam. "Ich werde sofort damit anfangen", versicherte ich ihr im Bezug auf die Besenflugstunden und ging zum Zeitungsständer, um die letzten Ausgaben der magischen Tageszeitung Belgiens herauszunehmen, die sich dort befanden. Der Anzeigeteil in ihnen war wohl der beste Ansatzpunkt für mein Vorhaben. "Wann bist du denn ungefähr zurück?", fragte ich dann noch, da ich wissen wollte, ob ich auf sie warten sollte (um ihr zum Beispiel von dem Erfolg meiner Suche nach Besenflugstunden zu erzählen) oder ins Bett gehen.









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