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Die Suche lieferte 76 Ergebnisse:
Re: Ungenutztes Klassenzimmer
von Arabella am 21.05.2026 17:19Natürlich hörte ich das Tippen, weshalb ich meinen Blick, vorher höflicherweise auf Emmas Gesicht gerichtet, kurz schweifen ließ. Recht schnell fiel er auf das Blatt, auf dem Emma unsere Ideen für den Fragebogen protokollierte. Damit sah ich auch, dass das Tippen von ihrem Stift kam. Seltsame Angewohnheit, dachte ich mir im Stillen (natürlich ohne mir etwas davon anmerken zu lassen), aber solange es sonst nichts ist... Da die Angewohnheit niemandem und auch nicht unserem Vorhaben schadete, stufte ich sie als nicht problematisch ein und wendete mich dem zu, was Emma sagte.
"Das stimmt wohl", stimmte ich ihr zu. Ich war kurz davor hinzuzufügen, dass Schüler auch eine beschränkte Auffassungsgabe hatten, aber als Gast in Ilvermorny kam mir das dann doch zu unhöflich vor. Außerdem dachte ich selbst noch einmal über meine Idee mit der Bewertung vor und nach dem Durchlesen des Merkblatts nach und kam zu dem Schluss, das sich daraus zwar eine interessante Statistik ergeben hätte, es aber eigentlich nicht schlimm war, dass wir darauf würden verzichten müssen, da eigentlich doch nur die finale Meinung nach dem Merkblatt für unser Vorhaben von Bedeutung war.
"Ich denke, es wäre dann am sinnvollsten, die Abfrage auf der Skala von 1 bis 10 ans Ende zu setzen. Die vorherigen Detailfragen regen ja hoffentlich zum Nachdenken an", schlug ich vor und ging bereits mögliche Detailfragen im Kopf durch.

Re: Catherine &' Arabella | Bahnsteig | vor circa 2 Jahren
von Arabella am 20.05.2026 20:19Ich war es schon gewohnt, dass unsere Küche aus der sonst perfekt sauberen Wohnung herausstach. Verstehen konnte ich allerdings nicht wirklich, warum meine Mutter in dieser Hinsicht so unordentlich war. Klar, kochen war nun auch nicht meine Lieblingsbeschäftigung (in den letzten ein, zwei Jahren hatte ich damit begonnen, das manchmal zu übernehmen), aber ich sah es als ein notwendiges Übel an. Genauso wie das Aufräumen danach. Zeitverschwendung war natürlich etwas schlimmes, aber die Küche sauber zu machen fiel meiner Meinung nach nicht darunter. Und Unordnung empfand ich sowieso als noch schlimmer. Ich nahm mir vor, diese heute noch zu beseitigen, sagte aber nichts dazu. Zu groß war die Angst, dass meine Mutter das als Kritik an sich verstehen würde. Eine fertig aufgeräumte Küche würde sie aber wohl nicht stören, hoffte ich zumindest.
"Danke", sagte ich brav, als sie mir das Muggelgeld auf den Tisch legte. Ich wusste bereits, was ich mir bestellen würde: Gemüsecurry - lecker und außerdem gesünder als die meisten Alternativen beim Lieferdienst. Auch wenn sie nichts dazu sagte, war ich mir ziemlich sicher, dass meine Mutter keine Pizzaschachtel im Müll vorfinden wollte, wenn sie zurückkam. "Ich werde sofort damit anfangen", versicherte ich ihr im Bezug auf die Besenflugstunden und ging zum Zeitungsständer, um die letzten Ausgaben der magischen Tageszeitung Belgiens herauszunehmen, die sich dort befanden. Der Anzeigeteil in ihnen war wohl der beste Ansatzpunkt für mein Vorhaben. "Wann bist du denn ungefähr zurück?", fragte ich dann noch, da ich wissen wollte, ob ich auf sie warten sollte (um ihr zum Beispiel von dem Erfolg meiner Suche nach Besenflugstunden zu erzählen) oder ins Bett gehen.

Re: Catherine &' Arabella | Bahnsteig | vor circa 2 Jahren
von Arabella am 15.05.2026 12:12Ich war extrem erleichtert, als meine Mutter das Zeugnis einfach so kommentarlos unterschrieb, denn ich hätte ihr durchaus zugetraut, dass der Anblick meiner Besenflugnote schwarz auf weiß einen erneuten Regen an Vorwürfen auslöste. Zum Glück war dem nicht so. Während sie im Bad war, brachte ich meine Sachen in mein Zimmer (meine Eule ließ ich noch in ihrem Käfig; ich würde sie wegen der Muggel erst hinaus lassen, wenn es draußen dunkel war), begab mich dann aber wieder zurück ins Wohnzimmer, da ich schon damit rechnete, dass sie noch einmal mit mir würde reden wollen, bevor sie sich auf dem Weg zu dem Essen machte. Und da hielt ich es für höflicher, direkt im Wohnzimmer auf sie zu warten, statt sie noch an mein Zimmer klopfen zu lassen. Auf solche Kleinigkeiten war ich schließlich meine gesamte Kindheit über gedrillt worden und ein Jahr "Abwesenheit" in Beauxbatons hatte nicht dazu geführt, dass ich sie vergaß.
Mit meiner Vermutung behielt ich recht: meine Mutter kam kurz darauf herein, um mir ihr Outfit zu zeigen. Um ehrlich zu sein gehörte Mode nicht zu meinen besonderen Interessen, obwohl mir natürlich klar war, dass es wichtig war zu wissen, wie man sich kleidete. Und meine Mutter sah genau so aus, wie sie mir stets beigebracht hatte, dass man das tat, wenn man zu einer internationalen politischen Veranstaltung unterwegs war. "Sehr passend", antwortete ich also in meinem typischen, neutralen Tonfall. Ich hätte noch weiter ausführen können, warum es passend war, aber einerseits wusste meine Mutter das sicherlich selber und andererseits war es nicht meine Art, mehr zu sagen als nötig.

Re: Ungenutztes Klassenzimmer
von Arabella am 14.05.2026 15:11Als Emma meine Idee mit der Skala als 'super' bezeichnete, fühlte ich mich seltsam geschmeichelt. Natürlich freute ich mich immer, wenn jemand meine Ideen für gut befand, aber normalerweise blieb diese Freude auf einem professionellem Niveau und ich verstand den Zuspruch eher als Bestätigung. Schließlich wusste ich, dass ich intelligent war und dementsprechend bei sachbezogenen Themen gute Ideen hatte. Andererseits hatte ich natürlich auch noch nie an einem solchen Projekt gearbeitet. Für einen Augenblick wunderte ich mich über das im Umgang mit Gleichaltrigen ungewohnte Gefühl, schob es dann aber schnell weg. Es würde mich nur ablenken. "Das ist eine gute Idee", stimmte ich Emma aber noch zu, als sie vorschlug, die Skala in reduziertem Maße für die anderen Fragen zu übernehmen.
Ich dachte kurz nach, als Emma einbrachte, es sei vielleicht ablenkend, das Infoblatt zwischen zwei Zahlenabfragen lesen zu müssen. Tatsächlich war ich mir ziemlich sicher, dass es für mich selbst kein Problem darstellen würde, aber mir war bewusst, dass ich vielleicht nicht das Maß der Dinge war, wenn wir über eine Umfrage sprachen, deren Ergebnis die Meinung der gesamten Schülerschaft von Ilvermorny abfragen sollte. Also nickte ich kurz zustimmend, bevor ich meinen Überlegungen Luft machte: "Die Frage ist, wann das Infoblatt überhaupt gelesen werden soll. Ich würde mich dafür aussprechen, dass das gleich am Anfang stattfindet; dann können wir uns in dem Fragebogen gleich darauf beziehen."

Re: Ungenutztes Klassenzimmer
von Arabella am 12.05.2026 15:15Ich hatte nicht erwartet, dass Emma das Thema so schnell wieder fallen ließ. Man mochte es nicht unbedingt merken, doch mich interessierte durchaus auch, was unsere Eltern so lange miteinander besprochen hatten - auch meine Analyse hatte schließlich ergeben, dass sie das über eine ungewöhnliche Zeitdauer hinweg getan hatten. Aber ich war solche unter die Kategorie Tratsch fallenden Gespräche nun einmal nicht gewohnt und wusste nicht, welchen Ton man anschlug, um diese aufrecht zu erhalten.
So oder so ließ ich mir davon nichts anmerken und blieb bei meinem neutralen, geschäftigen Gesichtsausdruck, als Emma ihre Listen hervorholte. "Das sieht aus, als hättest du alle Eventualitäten abgedeckt", meinte ich dann aber doch mit einem Lächeln, um einen höflichen Kommentar dazu abzugeben. Natürlich hatte ich nichts anderes von Emma erwartet und hoffte, dass das in meinem keinesfalls überraschten Tonfall mitschwang.
Zwar war ich immer noch der Meinung, dass am meisten die Meinung der Schulleitung zählte - schließlich würde es kein neues Fach geben, wenn diese nicht zustimmte -, aber Emma hatte recht damit, dass für die Umfrage und damit für das Formular vor allem die Schüler relevant waren, da sie uns im Optimalfall ein starkes Argument ('Die Schüler wünschen sich, dass Heilkunde als Fach eingeführt wird') liefern würde, wenn wir letztendlich an die Schulleitung herantraten. "Das stimmt", stimmte ich ihr also zu, als Emma ihre Argumente für einen schülerorientierten Fragebogen vorbrachte, und fügte noch hinzu: "Und eine direkte Formulierung ergibt Sinn." Somit war ich nun, wenn auch knapp, auf alles eingegangen, was sie gesagt hatte, und sprach meine eigenen Gedanken aus: "Es wäre zudem gut, wenn wir eine möglichst hohe Zahl hätten, die die Zustimmung unter den Schülern ausdrückt. Geeignet wäre vielleicht eine Skala von 1 bis 10, auf der sie einordnen sollen, wie angetan sie von der Idee einer Einführung von Heilkunde als Wahlfach sind. Diese Einschätzung sollte wohl am besten am Anfang oder am Ende der Umfrage stattfinden - vielleicht sogar beides, um einen Vergleich zu haben, wie die Zustimmung allein auf Basis des Informationsblattes und nach der Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen, ist."

Re: Catherine &' Arabella | Bahnsteig | vor circa 2 Jahren
von Arabella am 10.05.2026 12:22Die Aussicht, meine Ferien damit zu verbringen Besenflug zu üben - auch wenn es, dem Statut zur Geheimhaltung der Magie zuliebe, wohl nur die Nächte sein würden -, war alles andere als schön für mich. Nicht, dass ich stattdessen hätte faulenzen wollen. Selbstverständlich nicht. Doch es warteten allerlei interessante Bücher darauf, von mir durchgearbeitet zu werden: zum einen waren da die Schulbücher der vierten Klasse, bei denen ich mittlerweile angekommen war (auch, wenn ich natürlich auch die für die zweite Klasse noch einmal durcharbeiten würde, nur zur Sicherheit), zum anderen allerlei Lesestoff mit Inhalten, die der Lehrplan nicht abdeckte. Und zugegebenermaßen auch ein paar Romane. Dennoch hatte meine Mutter natürlich recht. Einerseits wusste ich, dass es tatsächlich sinnvoll sein würde, bessere Fähigkeiten im Besenflug zu erlangen (obwohl ich zugegebenermaßen daran zweifelte, dass mir das tatsächlich gelingen würde, aber ich musste es versuchen), andererseits würde ich mich nach einer solchen Standpauke ganz gewiss nicht trauen, ihr zu widersprechen.
"Das werde ich tun", stimmte ich ihr also wie erwartet zu, während ich ausstieg und ihr mit dem Eulenkäfig in der Hand* zur Tür folgte. Drinnen angekommen holte ich möglichst schnell mein Zeugnis aus dem Koffer, legte es auf den Küchentisch und bat: "Kannst du das bitte noch unterschreiben?" Ich schätzte es als geschickter ein, das jetzt zu tun, wo das Thema Noten noch frisch war, als Zeit verstreichen zu lassen und es noch einmal von vorne durchzudiskutieren.
*ich nehme an, Catherine hat sich trotz allem dazu erbarmt, den Koffer hinter sich her schweben zu lassen xD

Re: Catherine &' Arabella | Bahnsteig | vor circa 2 Jahren
von Arabella am 09.05.2026 22:09Ich saß weiterhin mit geradeaus gerichtetem Blick und verkrampften Fingern da. Es war ja nicht so, als könne ich die Reaktion meiner Mutter nicht verstehen. Mir war durchaus bewusst, dass viele (auch für meine Zukunft relevante) Menschen Fähigkeiten im Besenflug als wichtig einstuften. Ich konnte nur hoffen, dass ich darum herum kam, dass diese meine Note in diesem Fach erfuhren, da es bei späteren Bewerbungen ja nicht nötig war, das Erstklasszeugnis mit einzureichen. Nicht, dass dieses Argument meine Mutter auch nur ansatzweise beschwichtigen würde, da machte ich mir keinerlei Illusionen. Ihren entrüsteten Blick konnte ich auch spüren, ohne ihr tatsächlich ins Gesicht zu sehen.
"Das ist mir bewusst", antwortete ich schlicht auf ihre kurze Rede. Es kam selten vor, dass ich nicht wusste, was ich sagen sollte - eigentlich hatte ich immer zumindest einen sachlichen Kommentar zum Thema auf den Lippen -, aber jetzt war die Situation eingetreten. Alle Erwiderungen, die mir einfielen, hätten die Sache nur noch schlimmer gemacht, da war ich mir sicher. Als wir zu Hause ankamen blieb ich ebenso wie meine Mutter im Auto sitzen; es war ein unausgesprochenes Gesetz zwischen uns, dass sie zuerst ausstieg und ich ihr folgte, wie bei so vielen Anlässen.

Re: Ungenutztes Klassenzimmer
von Arabella am 09.05.2026 21:25Mir war klar, dass Emma um die wenig ansprechende Szenerie in diesem Raum wusste. Da ich mich ein wenig überpünktlich hier eingefunden hatte (prinzipiell war an meinem Orientierungssinn zwar nichts auszusetzen, aber nichtsdestotrotz befand ich mich in einer fremden Schule und die Lage von deren Räumlichkeiten war mir nicht bekannt, weshalb ich vorsichtshalber etwas mehr Zeit eingeplante, um spezifisch diesen Raum hier zu finden), blieben mir einige Minuten, um darüber nachzudenken, was dies zu bedeuten hatte. Offensichtlich war es ihr nicht mehr ganz so wichtig, mir Ilvermorny ausschließlich von seiner besten Seite zu zeigen. Dass bedeutete, dass sie... ein wenig Vertrauen zu mir gefasst hatte? Sie unsere Beziehung zueinander nicht mehr als all zu oberflächlich einstufte? Bei dem Gedanken konnte ich nicht umhin, ein wenig nervös zu werden. War ich gerade dabei, die Bekanntschaften mit (halbwegs) Gleichaltrigen zu knüpfen, die sich meine Mutter immer von mir gewünscht hatte? Es war vermutlich alles andere als begründet, aber ich konnte nicht verhindern, dass die Nervosität sich in leichte Angst verwandelte. Bisher hatte ich es nie geschafft, die Erwartungen meiner Mutter auf diesem Gebiet zu erfüllen. Ich kannte nichts anderes als höfliche, insgeheim vielleicht etwas überhebliche Distanz meinen SchulkameradInnen gegenüber. Würde ich es schaffen, mich in dieser eventuell neuen Situation angemessen zu verhalten?
Als Emma hereinkam, versuchte ich, diese Gedanken schleunigst zu verdrängen, wozu ich durch das Schauspiel mit dem Taschentuch und die Lästereien glücklicherweise außreichend Zeit hatte. Andererseits waren das wieder zwei Angelegenheiten, von denen ich nicht wusste, wie ich auf sie reagieren sollte. "Hallo", sagte ich schließlich erst einmal höflich, nicht, um auf Emmas fehlende Begrüßungsfloskel hinzuweisen, sondern einfach, weil man mir das inzwischen 14 Jahre lang so beigebracht hatte. "Das stimmt, dass manche Menschen Wert darauf legen, besonders viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen", gab ich dann erst einmal zurück, in demselben höflichen Tonfall wie zuvor. Ich wusste nicht, wie ich auf die Lästerei, insbesondere die Anspielung auf Emmas eigenen Bedarf an Aufmerksamkeit, sonst reagieren sollte.
Schließlich änderte Emma das Thema auf unsere Eltern, genauer gesagt deren Unterhaltung auf dem Bankett. Tatsächlich war mir ebenfalls aufgefallen, dass die beiden immernoch zusammen an dem Stehtisch gestanden hatten, als wir mit den Getränken zurückkamen. "Zu viel ist vielleicht Definitionssache", begann ich also vorsichtig mit meiner Antwort, wie immer in recht neutralem Tonfall. "Aber ja, ihre Unterhaltung im Eingangsbereich hat auf jeden Fall ungewöhnlich lange gedauert", fügte ich dann hinzu. "Im Festsaal liegt es vielleicht einfach an der Sitzordnung, dass sie einander so zugewandt waren, wobei sie sich natürlich auch mit dem jeweils anderen Sitznachbarn hätten unterhalten können", beendete ich meine nüchterne Analyse.

Ungenutztes Klassenzimmer
von Arabella am 09.05.2026 11:33- Wahlfach ab der 3. Klasse*
- Vermittlung grundlegender Heilkräfte sowie Vorbereitung auf den Beruf des/der Heiler/in
- Klasse 3-5: Grundausbildung in Erster Hilfe, sowohl bei...
...nichtmagischen Unfällen
...magischen Unfällen, Vergiftungen und Fluchschäden
- Klasse 5-7 (UTZ-Stufe): Behandlung der häufigsten nichtmagischen und magischen (Infektions-)Krankheiten

Re: Catherine &' Arabella | Bahnsteig | vor circa 2 Jahren
von Arabella am 08.05.2026 23:32Natürlich ignorierte meine Mutter wieder den Teil meiner Aussage ("alle"), der positive Informationen über meine Schulleistungen enthielt. Allerdings war ich diese Reduktion auf meine negativen Eigenschaften bzw. meine in ihren Augen unbefriedigenden Leistungen schon so gewohnt, dass es mir überhaupt nicht auffiel, geschweige denn mich überraschte. Os in allen Fächern waren der Grundanspruch, der an mich gestellt wurde, und vielleicht - nicht, dass mir das bewusst wäre - war das auch einer der Gründe, warum ich mir so schwer damit tat, in anderen als zukünftig erfolgreiche Menschen lohnenswerte Bekanntschaften zu sehen.
Als sie mir befahl, mein Kinn zu heben, tat ich das, allerdings ohne meine Finger zu lockern oder sie anzusehen. Stattdessen starrte ich mit verkrampften Händen nach vorne auf die Straße. "Meine Fähigkeiten im Flugunterricht wurden mit einem A bewertet", gestand ich in dieser Haltung leise, voller Angst vor der Reaktion, die mich gleich erwarten würde. Zum Thema Ballett sagte ich erst einmal nichts. Ich wusste zwar, dass meine Mutter herausragend darin gewesen war und mit Sicherheit nichts anderes von mir erwartete, doch ich hatte trotzdem irgendwie gehofft, dass ich darum herum kommen würde. Denn ich schätzte meine Fähigkeiten durchaus realistisch ein, womit mir klar war, dass ich ihre Erwartungen auf diesem Gebiet nicht würde erfüllen können. Zum Glück war es ja noch ein Jahr, bis ich mich für meine Wahlfächer entscheiden musste, sagte ich mir. Vielleicht würde mir bis dahin eine Lösung einfallen. Auch wenn mir das insgeheim unwahrscheinlich vorkam.









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