Finnley & Nevenka | Welcome to Ilvermorny (Fortführung)

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Nevenka
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Finnley & Nevenka | Welcome to Ilvermorny (Fortführung)

von Nevenka am 13.05.2026 22:10

Ich zog meine Augenbrauen sehr skeptisch hoch, ohne, dass ich das wirklich aktiv beabsichtigt hatte. Aber man konnte mir meinen kritischen Blick doch wirklich nicht verüblen. Petrificus Totalus hatte ich vielleicht in der zweiten, nein, sogar in der ersten Klasse in Duellieren gelernt. Das war doch gar kein richtiger Fluch. Und den Gegner nicht verletzten? Das war doch hirnrissig. Der Hauptteil der Jahresabschlussprüfung im Kampftraining letztes Jahr war schließlich ein Duell mit einer Mitschülern gewesen, das mit erstem Blut endete. Ich hatte meine Gegnerin relativ schnell am Oberarm erwischt. Natürlich wurden die Verlierer dann umgehend ins Krankenzimmer geschickt, aber dennoch. Im Duellieren galt zwar theoretisch der Gewinn ab dem Entwaffnen, aber auch da war ein Zauber wie Expelliarmus eher peinlich in der Fünften in der ZAG-Prüfung. Nicht umsonst standen so viele Flüche auf unserem Lehrplan. Ich hatte auch an meiner rechten Schulter selbst eine Narbe solchen magischen Ursprungs. Bei besonderer Kälte ziepte die immer noch. Mein Vater meinte immer, diese umfassende Ausbildung auf Durmstrang bereite uns wenigstens richtig auf Extremsituationen vor. Und ohne Angriff auch keine Verteidigung. "Klingt ziemlich lasch bei euch. Und Petrificus Totalus ist doch nicht mal ein echter Fluch", antwortete ich Finnley also kritisch. "Generell fehlt euch doch dann ein ganzer Zweig der Magie", fügte ich weiter stirnrunzelnd hinzu. 
Irgendwie konnte ich mir das nicht so gut vorstellen. Zauberstäbe waren immerhin das Kernstück unserer Magie, fast schon eine Erweiterung unserer selbst. Und war die Ausbildung als Zauberstabmacherin nicht auch super kompliziert und dauerte ewig? Da wollte ich dann keinen ollen Stock von einem gelangweilten Siebtklässler haben. Deswegen schaute ich hier auch nur wenig überzeugt drein. 
Deutlich interessierte schaute ich dann, als Finnley von der Schulgründerin Isolt Sayre erzählte. "Voll die krasse Geschichte, die hinter euer Schulgründung steckt. Haben die vier sich dann auch das mit den Häusern und den Tierwesen ausgedacht?"

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Re: Finnley & Nevenka | Welcome to Ilvermorny (Fortführung)

von Finnley am 14.05.2026 14:22

Darüber, was ich auf ihre These, uns fehle ein ganzer Zweig der Magie, antworten sollte, musste ich nicht lange nachdenken. "Das mag stimmen", räumte ich ein, "aber es handelt sich immerhin um den gefährlichsten Zweig der Magie. Dahinter steckt eben die Überzeugung, dass es besser ist, wenn diese Magie nicht von allen beherrscht wird. Und solange wir uns dagegen verteidigen können, ziehen wir ja keinen Nachteil daraus." Ich war ziemlich überzeugt davon, was man vermutlich auch merkte, aber ich sagte extra 'dahinter steckt die Überzeugung, dass' statt einfach 'es ist besser, wenn', um Nevenka nicht direkt zu widersprechen. 
Da Nevenka nichts weiter zu der Sache mit den Zauberstäben sagte, ließ ich das Thema auf sich beruhen, obwohl ich noch ins Gespräch hätte einbringen können, dass die Ausbildung zum/zur ZauberstabmacherIn in Amerika immerhin viel kürzer war als in anderen Ländern, eben weil wir so einen großen Teil davon bereits in Zauberstabkunde lernten. Ich tat es nicht, weil ich nicht streiten wollte, und wir mit der Geschichte Ilvermornys aus meiner Sicht ein gutes, neutrales Gesprächsthema gefunden hatten.
"Ja, genau", antwortete ich bereitwillig auf die Frage mit den Häusern und den Tierwesen. "Isolt hat ihr Haus nach der gehörnten Schlange benannt, die an einem nahegelegenen Bach lebte und die sie regelmäßig besuchte. Da sie Parsel gesprochen hat, konnte sie mit der Schlange kommunizieren und diese konnte ihr quasi mitteilen, dass sie Teil ihrer Familie werden müsse. Das ist dann dadurch passiert, dass Isolt die Kerne für Chadwick und Websters Zauberstäbe aus ihrem Horn gemacht hat", kam ich nun doch noch einmal auf das Thema Zauberstäbe zu sprechen. Ich beeilte mich allerdings, gleich fortzufahren: "Daraufhin haben die anderen drei ihre Häuser auch nach ihren liebsten magischen Tierwesen benannt."

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Re: Finnley & Nevenka | Welcome to Ilvermorny (Fortführung)

von Nevenka am 15.05.2026 13:45

Finnleys Argumentation überzeugte mich ehrlich gesagt kein bisschen. "Aber wie wollt ihr euch denn gegen etwas verteidigen, von dem ihr nur irgendwann mal theoretisch was gehört habt?", meinte ich deshalb. Gerade weil uns praktisch vorgeführt wurde, was möglich war, lernten wir immerhin erst, wie man in der Situation am besten reagierte. 
"Und außerdem ist das doch dumm, sich etwas zu verwehren, nur weil es gefährlich sein kann. Und macht's das nicht noch gefährlicher, wenn es nicht richtig unterrichtet wird, sondern man's sich irgendwie unsicher selbst aneignet?", fügte ich noch überzeugt, aber etwas nachdenklicher hinzu. Dass es eventuell unhöflich rüberkam, dass ich Finnleys Ansicht mehr oder weniger als 'dumm' bezeichnet hatte, bedachte ich nicht wirklich. Stattdessen sprach ich meine Gedanken ziemlich frei heraus. Nur auf Geschäftsevents meines Vaters riss ich mich ein wenig mehr zusammen und bemühte mich, ein paar Manieren aufzusetzen. Bemühte, wohlgemerkt. Wenn ich gut drauf war.
Und ich glaubte ja wirklich, was ich sagte. Lieber gut beigebracht, als dass alle mit gefährlichem Halbwissen irgendwelche Rituale hinnuschelten, weil sie neugierig waren und dann unwiderruflichen Schaden anrichteten. Das Fach "Dunkle Künste" hatte mir meistens auch abgesehen davon einfach Spaß gemacht. Das Ganze hatte schon seinen Reiz. Und tatsächlich waren mir Flüche auch immer schon relativ leicht gefallen. 
Parsel, wie das die Ilvermornygründerin gesprochen hatte, klang irgendwie im ersten Moment cooler als es vermutlich tatsächlich war. Was hatten Schlangen denn groß zu sagen? Konnten Tiere überhaupt weiter denken als 'Fressen' und 'Schlafen'? Und generell nahm ich die anderen Infos noch zur Kenntnis, aber war dann doch schnell gelangweilt. Der aufregende Teil schien vorbei zu sein. Und Geschichtliches war einfach so öde. Geschichte der Zauberei hatte ich auch mit Abstand in Durmstrang am meisten geschwänzt. Vielleicht konnte ich den Trend hier fortführen. 
Ich folgte Finnley also einen großen Weg entlang von der Eingangspforte zu den Ländereien und ließ ihn reden. Damit er mich allerdings nicht mit noch mehr Geschichtsgedöns zutextete, stellte ich rasch noch eine Frage, die mich tatsächlich so ein bisschen interessierte. Dieses Haussystem kannte ich ja so auch gar nicht. "Du hast dich dann ja auch für den Donnervogel entschieden. Hättest du auch woanders hingehen können?"

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Re: Finnley & Nevenka | Welcome to Ilvermorny (Fortführung)

von Finnley am 15.05.2026 15:49

"Es mag einen kleinen Vorteil beim Verteidigen geben, wenn man sich mit den dunklen Künsten auskennt", gab ich zu. Ich war ja nicht vollkommen resistent gegen jegliche Argumentation. "Aber es klappt auch so. Immerhin hat Harry Potter den bedeutendsten Schwarzmagier unserer Zeit besiegt, und er wurde in Hogwarts auch nicht in dunkler Magie unterrichtet", fuhr ich allerdings fort. Zumindest hatte ich gelesen, dass Durmstrang die einzige Zauberschule war, in der dunkle Künste unterrichtet wurden.
Nevenkas nächstes Argument brachte mich zum ersten Mal ein wenig ins Grübeln. Es stimmte schon, dass es sicherlich gefährlicher war, allein mit dunkler Magie zu experimentieren als sie gleich richtig beigebracht zu bekommen. Dennoch war letzteres aus meiner Sicht einfach zu gefährlich. Außerdem... "Ich glaube nicht, dass so viele versuchen, sich das selbst anzueignen - es ist schließlich auch verboten in Amerika", meinte ich kritisch. "Man kommt hier auch nicht so leicht an Anleitungen für den Bereich", erzählte ich Nevenka für den Fall, dass das in ihrem Heimatland anders war. Musste es ja fast, wenn sie tatsächlich Unterricht in Dunklen Künsten bekamen. Jedenfalls war ich mir ziemlich sicher, dass die Einfuhrgesetze der USA verhinderten, dass man entsprechende Bücher importieren konnte.
Ich bekam durchaus mit, dass Nevenka an der Geschichte über die gehörnte Schlange nicht mehr besonders interessiert schien, was meine Selbstzweifel hervorrief. Hatte ich sie nicht spannend genug erzählt? Eigentlich fanden die meisten, die ich kannte, die Gründungsgeschichte von Ilvermorny interessant, zumindest, solange sie sie nicht auswendig lernen mussten. Da ich nun aber nichts mehr daran ändern konnte, beantwortete ich rasch ihre Frage: "Ja, das Juwel der gehörnten Schlange hat bei mir auch geglüht und der Pukwudgie hat seinen Pfeil gehoben. Aber ich habe mich für den Donnervogel entschieden, weil mich die Idee, dass die Seele des Menschen repräsentiert wird, am meisten angetan hat." Bei ihr hatten ja der Donnervogel und der Wampus Interesse geäußert, wie ich mich erinnerte. Um also das Gespräch aufrecht zu erhalten, fragte ich: "Und warum hast du dich für den Donnervogel entschieden?"
In der Zwischenzeit waren wir am Waldrand angekommen und ich war wieder ganz in meinem Element, als ich zu erklären begann: "Das ist der Wald. Der Pfad da führt zu einer kleinen Lichtung. In der Richtung geht es zu den Gewächshäusern und das da ist der Weg zur Eulerei. Da drüben befindet sich das Grab von Isolt Sayre." Dann fügte ich noch etwas unsicher hinzu: "Ich würde dir jetzt noch das Quodpotfeld zeigen, wenn du Lust hast..." Persönlich konnte ich Quodpot zwar (wie den meisten Sportarten) nichts abgewinnen, aber ich wusste, dass das bei den meisten Jungs meines Alters anders war. Bei den Mädchen war ich mir da wie bei so vielen Sachen nicht so sicher, aber ich ging grob davon aus, dass auch der Großteil von ihnen sich für den Sport begeistern ließ.

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Re: Finnley & Nevenka | Welcome to Ilvermorny (Fortführung)

von Nevenka am 22.05.2026 15:48

Ich war sehr zufrieden, als Finnley mir in einem Punkt Recht gab. Dann sprach er Harry Potter und Voldemort an. Klar, letzterer hatte ohne Zweifel dunkle Künste beherrscht und so weit praktisch umgesetzt, dass mir auch manchmal ein Schauer über den Rücken lief bei dem Gedanken. Aber ich war auch gegen die Pauschalisierung von "schwarze Magie = böse". Und Vater hatte immer betont, dass wir aufgrund unseres reinen magischen Blutes eine besondere Position in der magischen Welt verdient hatten. Soweit ich mich zurückerinnern konnte, war meine Familie Voldemorts Ideologie damals auch nicht unbedingt abgeneigt gewesen, mein Vater hatte auch mal gesagt, dass mit einem fanatisch regierten Zauberergroßbritannien eine rigidere Antinichtlinge Politik in ganz Europa einfach zu implementieren gewesen wäre. Aber da in Bulgarien und den östlichen Staaten sowieso auf magische Herkunft geachtet wurde und die untergeordnete Stellung von Nichtlingen sowieso bekannt war, stand unsere Heimat laut meines Vaters ja schon "richtig" da. Und das baldige Kriegsende habe die magische Gemeinschaft auch enger zusammengebracht in ihrem Bestreben nach Sicherheit und wirtschaftliche Beziehungen in Friedenszeiten stünden immer besser. 
Ich war vor allem froh, dass wir in Bulgarien von den Geschehnissen weitgehend unberührt geblieben waren. Während mich Finnleys Erwähnung der jüngeren Geschichte also durchaus nachdenklich gestimmt hatte, wenn auch eher grundsätzlich und nicht wegen seines eigentlichen Arguments, nickte ich nur. 
Amerika schien echt rückständig. Immer mit Verboten und Bürokratie. Ich hatte ja sogar meinen Zauberstab anmelden müssen. Weil Finnley mir so eine Steilvorlage gab, es einfach meine Art war und meine Gedanken zwischenzeitlich echt ernster geworden waren und ich die vertreiben wollte, antwortete ich schließlich zwinkernd: "Noch nie was vom Reiz des Verbotenen gehört?" 
"Und wir schauen halt einfach ins Schulbuch", ergänzte ich noch, etwas ernster. 
Vielleicht hätte ich bei der Erläuterung der Häuserzeremonie echt besser zuhören sollen, statt die neue Schule anzuschauen, das mit der Seele hatte ich nämlich nur noch vage im Hinterkopf. Aber jetzt, wo Finnley davon nochmal erzählte, gefiel mir der Gedanke auch ganz gut. "Mein Patronus ist ein Vogel", verriet ich. "Und durch die Luft zu fliegen, das ist einfach so ein Gefühl der Freiheit, weißt du?" fügte ich noch hinzu.
Finnleys Ortsführung nebenbei nahm ich neugierig zu Kenntnis. Durmstrangs Außengelände schien zwar weitaus größer zu sein, aber die Lage hier am Berg erinnerte schon ein wenig daran. Den Wald würde ich sicherlich alleine auch noch genauer erkunden, wenn sich die Gelegenheit dazu ergab. "Ja, total gerne!" erwiderte ich auf sein Angebot, noch das Quodpotfeld zu besichtigen. Natürlich war Quidditch strategisch viel interessanter und Quodpot war auch einfach nicht so verbreitet in Europa, aber ich hatte trotzdem schon mal ein paar Quodpotspiele gesehen. "Quidditch spielt ihr dann gar nicht?", schloss ich aus seinem Angebot und klang dabei etwas enttäuscht. Naja, die anderen aus durmstrang und ich konnten vielleicht mal auf dem Quodpotfeld ein paar Runden fliegen und Quidditch spielen.

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