Wäscherei
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Re: Wäscherei
von Nevenka am 29.01.2023 21:06Ich wartete gespannt auf Finnleys Reaktion, während der Hauself mit dem Maßband sämtliche Stellen meines Körpers ausmaß. Außer, dass er vielleicht noch etwas röter geworden war, reagierte Finnley allerdings gar nicht. Er starrte weder auf meine Brüste, noch auf meine Kurven, die durch die enganliegende Uniform eigentlich ganz gut zur Geltung kamen. Er wendete noch nicht mal seinen Blick ab, sondern stand einfach regungslos da. Etwas enttäuscht (so komplettes Desinteresse war ich nicht gewöhnt) zog ich meinen Umhang wieder über, als der Hauself fertig mit den Maßen war. Sogleich brachte er mir eine Garnitur dieser scheußlichen Ilvermorny-Uniformen, welche ich mit leicht gequälter Miene an mich nahm und in meiner Tasche verschwinden ließe.
Daraufhin verbeugte sich der Hauself einmal vor uns, wobei das eher spöttisch als ehrlich respektzollend wirkte. Ich verdrehte genervt die Augen. Ein wenig Respekt von Hauselfen war doch das mindeste.
Mir kam es auch nicht in den Sinn, mich für die Uniformen zu bedanken oder mich gar zu verabschieden. Immerhin war das ein Hauself und außerdem ein extrem unhöfliches Exemplar.
Deswegen näherte ich mich dem Ausgang der Wäscherei, sicher, dass mir Finnley folgen würde, und fragte schon mal neugierig: "Wo gehen wir jetzt hin?"

Re: Wäscherei
von Finnley am 29.01.2023 14:14
Re: Wäscherei
von Nevenka am 28.01.2023 22:11Um ehrlich zu sein, verstand ich dass Problem nicht. Beide, sowohl der Hauself vor mir, als auch Finnley schienen skeptisch zu sein, als ich meine Kleidergröße genannt hatte. Als dann der Hauself auch noch begann, mich einfach zu beleidigen, riss ich die Augen auf. Empört und erstaunt gleichermaßen. In Durmstrang würde kein Hauself oder Hauselfe es wagen, so mit Menschen zu sprechen. Die meisten sprachen gar nicht und führten nur stumm Befehle aus. Trotzdem hatte ich schon häufig miterlebt, wie jemand die Hauselfen geschlagen hatte, weil sie ihre Aufgaben nicht schnell genug ausführten. Dass sich einer der Elfen so respektlos verhielt, war mir neu.
Mein Stolz war zwar nicht wirklich verletzt (es war ja nur ein Hauself und keine Kreatur, die hoch in meiner Achtung stand), doch trotzdem wollte ich diese Beleidigungen nicht einfach so stehen lassen. Deswegen erwiderte ich nur kühl: "Das "russische" Mädchen hat einen Namen. Und außerdem bin ich Bulgarin."
Dass ich meinen Umhang ausziehen sollte, um dieses Missverständnis mit den richtigen Maßen aufzuklären, störte mich dagegen überhaupt nicht. Ich war so ziemlich das absolute Gegenteil von prüde oder verklemmt und außerdem konnte Finnley dann vielleicht meine Kurven und die Umrisse meiner Brüste besser sehen. Der Umhang war schließlich nicht gerade körperbetont. Und da meine Flirtversuche vorhin nicht wirklich funktioniert hatten, klappte das vielleicht besser. Ein bisschen Flirten lag einfach in meiner Natur.
Ich hatte schon die Schnalle geöffnet, als Finnley knallrot anlief und den Hauselfen darum bat, dass ich mir meine Uniform selbst aussuchen konnte. Ich grinste bei dem Anblick ein wenig in mich hinein. Er war definitiv verlegen. Selbst wenn er kein Interesse an mir hatte (auch wenn ich das jetzt bezweifelte), machte es mir auch immer Spaß, Menschen in Verlegenheit zu bringen.
"Ach, das ist schon in Ordnung", wandte ich schmelschisch lächelnd ein, bevor der Hauself Finnley antworten konnte, zog meinen dunkelroten Umhang mit den Pelzapplikationen ganz aus und reichte ihn dem Hauselfen. Jetzt stand ich nur noch in der enganliegenden, schwarzen Uniform da und wartete, bis der Hauself mit seinem Maßband fertig gemessen hatte.

Re: Wäscherei
von Finnley am 28.01.2023 13:35
Re: Wäscherei
von Nevenka am 28.01.2023 13:05Ich zog die Augenbrauen hoch, als Finnley etwas aufgewühlt reagierte. Lag dem Jungen vor mir etwa etwas an Nichtmagischen? Das klang in meinem Kopf allerdings so abstrus, dass ich den Gedanken fast wieder verwarf. Wobei - vielleicht waren diese Amerikaner hier ja anders eingestellt. Dass hatte sich ja schon bei den Attentätern gezeigt. Ob die ganze amerikanische Zaubererwelt eine derartige Mentalität an den Tag legte?
Ich erinnerte mich an die Gerüchte, dass der MACUSA selbst etwas mit den Attentaten zu tun gehabt und unterstützt hatte... Und wie große Angst ich um meinen eigenen Vater gehabt hatte, als die Attentate alle Zeitungen dominiert hatten. Mein Vater selbst war zum Glück nicht betroffen gewesen, immerhin arbeitete er mehr in der internationalen Vereinigung der Zauberer als direkt an neuen Gesetzesentwürfen. Trotzdem kannte ich eins der Opfer persönlich; der Vater einer Klassenkameradin war ermordet worden. Natürlich hatte ich ihn nicht gut gekannt und lediglich zweimal getroffen, aber trotzdem hatte sich ein mulmiges Gefühl in mir breit gemacht. Es hätte auch mein Vater sein können, der umgebracht worden ist.
Ich schüttelte diese düsteren Gedanken ab und konzentrierte mich wieder auf Finnley, der wieder sehr viel ruhiger schien. Entweder ich hatte mir da vorhin etwas eingebildet oder er war ein guter Schauspieler.
Gemeinsam betraten wir die Wäscherei, in der sich viele Hauselfen tummelten, die die Uniformen der Schüler wuschen, trockneten und falteten. Bei der Frage nach der Kleidergröße antwortete ich mit "42", ohne darüber nachzudenken, dass die russischen Einheiten vielleicht anders waren als die europäischen oder amerikanischen.

Re: Wäscherei
von Finnley am 26.01.2023 11:28
Re: Wäscherei
von Nevenka am 25.01.2023 21:29"Naja, wenn sie nicht in der Lage sind, sich selbst zu heilen...", meinte ich abfällig. Nichtmagische waren immerhin zu nichts zu gebrauchen, ganz wie es mir alle beigebracht hatten. Das fasste zwar so ziemlich zusammen, was ich über die nichtmagische Bevölkerung wusste (mal abgesehen davon, dass mein Vater und einige Klassenkameraden das Wort 'Nichtmagischer' gerne als Schimpfwort verwendeten), trotzdem fühlte ich mich ziemlich sicher in meinen Überzeugungen. Kinder von Nichtmagischen wurden schließlich auch nicht ohne Grund nicht in Durmstrang aufgenommen.
Während wir uns über die Lichter an den Wänden unterhielten, war Finnley weiter in Richtung Wäscherei gelaufen. Natürlich folgte ich ihm, auch wenn ich mich nicht unbedingt auf den Moment freute, in dem mir die neue Uniform übergeben werden würde.

Re: Wäscherei
von Finnley am 25.01.2023 20:26
Re: Wäscherei
von Nevenka am 25.01.2023 17:27Ich lächelte leicht, als Finnley zugestand, dass Lichtzauber auch funktionieren würden. Es war ein ehrliches Lächeln.
Dass diese Glühbirne (was ein seltsames Wort), Energie aus der Umgebung aufnahm und dadurch diesen Draht, von dem Finnley erzählte, zum Leuchten brachte, fand ich wirklich spannend. Über magische Schwingungen und Energien kannte ich mich nicht so gut aus, aber vielleicht lernten die Schüler hier in Ilvermorny mehr darüber.
Zum ersten Mal seit meiner Ankunft freute ich mich tatsächlich auf den Unterricht und fragte mich, ob die Lerninhalte sehr verschieden waren. Die Lehrerin, die uns begrüßt hatte, hatte auch am Anfang etwas von Wahlfächern erzählt, mit denen wir unsere eigenen für unseren Aufenthalt hier ersetzen sollten, falls unsere Fächer nicht angeboten wurden.
Bei dem Gedanken wurde mir etwas mulmig zumute; ich war nie die größte Streberin gewesen, hatte aber trotzdem meine Stärken und konnte es nicht leiden, wenn ich irgendwo die schlechteste war. Vor allem wenn mich die Inhalte interessierten. Die Fünftklässler aus Ilvermorny würden jedoch zweifelsohne schon viel weiter sein; immerhin belegten sie ihre Wahlfächer schon seit zwei Jahren.
Vielleicht waren die Lehrpläne aber auch gar nicht so unterschiedlich und die meisten Fächer wurden hier auch so angeboten. Ich machte mir bestimmt zu viele Gedanken.
Als Finnley dann No-Majs erwähnte, war ich kurz verwirrt. No-Majs? Meinte er damit die nay volshebny, die Nichtmagischen?
"Und die haben diese Glühbirne erfunden?" fragte ich skeptisch, mit hochgezogenen Augenbrauen.
Ich hatte immer und überall (von meinen Eltern, auf Durmstrang, ...) gelernt, dass reines Blut wert ist, beschützt zu werden und die Nichtmagischen nur Schaden anrichteten. Da fiel es mir schwer zu glauben, dass sie den nötigen Grips hatten, so eine Aperatur zu entwerfen.

Re: Wäscherei
von Finnley am 25.01.2023 14:07Ich begann, mich in der Situation wohler zu fühlen. Hier war ich in meinem Element: ich konnte wertfrei über ein interessantes Thema fachsimpeln und dabei auch noch jemandem etwas beibringen. Das war genau der Grund, warum ich gerne Nachhilfe gab, obwohl es manchmal frustrierend war.
"Könnten wir", gab ich also zu, sprach dann aber gleich weiter: "...aber dann wäre da wieder der Punkt mit dem Abiente." Jetzt musste ich selbst schmunzeln, da sich meine Argumentation für die Fackeln zugegebenermaßen im Kreis drehte. Im Prinzip war mir persönlich auch egal, ob der Keller jetzt von Fackeln oder Lichtzaubern beleuchtet wurde, es war nur interessant, im Gespräch mit einer Durmstrangschülerin die kulturell amerikanisch-westliche Perspektive einzunehmen.
Bezüglich der Glühbirne antwortete ich: "Nein - nicht wirklich." Danach müsste ich kurz innehalten, denn Nevenkas Perspektive war eigentlich durchaus interessant. "Wobei, hier bei uns würde sie so funktionieren, dass sie die Energie in der Umgebung aufnehmen und dadurch den Draht zum Glühen bringen würde. Aber eigentlich ist es eine Erfindung der No-Majs. Die speichern Energie aus, zum Beispiel, der Verbrennung von Kohle, und benutzen dann diese Energie, damit die Glühbirne funktioniert." Es gab wohl auch noch andere Möglichkeiten, wie Batterien, die mit irgendwelchen Ladungsunterschieden funktionierten, aber das hätte ich jetzt auch nochmal nachschauen müssen. Mein Onkel hatte es damals super erklärt.











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