Catherine &' Arabella | Bahnsteig | vor circa 2 Jahren
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Re: Catherine &' Arabella | Bahnsteig | vor circa 2 Jahren
von Arabella am 05.05.2026 20:05Vor ein paar Tagen hatte ich den Brief von meiner Mutter erhalten, dass sie mich hier am Gleis abholen würde. Das hatte mich weder sonderlich überrascht noch hatte ich es als selbstverständlich hingenommen - die Chancen hatten wohl circa 50/50 gestanden, dass sie nicht zu beschäftigt dafür war. Gut, es war so oder so ungewöhnlich für sie, das Büro um diese Uhrzeit zu verlassen, aber ich wusste, dass sie viel Wert auf ihre Außenwirkung legte. Und es war nunmal eine unausgesprochene Erwartung an Eltern, ihre Kinder entgegenzunehmen. Vielleicht hatte sie mich auch ein wenig vermisst, aber das war wohl eher ein nachrangiges Entscheidungskriterium gewesen. Immerhin hätten wir uns spätestens heute Abend (oder zumindest morgen früh, wenn sie am Abend irgendeine Veranstaltung besuchen musste) sowieso getroffen.
Ich war gerade damit beschäftigt, meinen Koffer aus dem Zug zu hieven (den Käfig mit meiner Eule Nuntia hatte ich bereits vor mir am Bahnsteig abgestellt), als ich ein Räuspern vernahm. Natürlich hätte ich das mit dem Koffer mit einem einfachen Schwebezauber, den wir bereits zu Beginn des Jahres gelernt hatten, erledigen können, aber als Zwölfjährige war mir das Zaubern außerhalb der Schule natürlich verboten. Ich sah auf und erblickte wie erwartet meine Mutter, die mich genau zu mustern schien. Wahrscheinlich um herauszufinden, ob ich zugenommen hatte, denn als kleineres Kind hatte ich eine leicht pummelige Phase gehabt, die meiner Gewohnheit des emotionalen Essens zuzuschreiben gewesen war. Zum Glück wurde in Beauxbatons aber traditionell eher leichte Kost serviert, weshalb sich das ausgeglichen hatte. Ganz abgesehen davon, dass ich seit ein paar Jahren akribisch festhielt, wie viele Kalorien ich am Tag zu mir genommen hatte, um gegebenenfalls am nächsten Tag die ein oder andere Mahlzeit ausfallen zu lassen. Daher sollte ich mein Idealgewicht wohl seit den letzten Ferien gehalten haben.
"Maman", erwiderte ich schließlich auf Französisch auf ihre Begrüßung. Manchmal unterhielten wir uns zwar auch in anderen Sprachen, damit ich nicht aus der Übung kam, aber in dieser Situation war die Muttersprache aller Anwesenden wohl angemessen. Mein Tonfall und Gesichtsausdruck blieben neutral. Immerhin befanden wir uns noch immer in der Öffentlichkeit.

Re: Catherine &' Arabella | Bahnsteig | vor circa 2 Jahren
von Catherine am 05.05.2026 19:32Als der Zug einfuhr schweifte mein Blick fast automatisch auf meine Armbanduhr. Pünktlich, das war gut. Das Treffen mit den delegierten Zauberern aus Asien hatte sich länger gezogen als erwartet, doch ich hatte es trotzdem überpünktlich zum Gleis geschafft, um meine Tochter in Empfang zu nehmen. Viel Zeit mit ihr würde mir nicht bleiben, da die Leitung des Ministeriums ein außerplanmäßiges Essen mit unseren internationalen Gästen dazwischengeschoben hatte. Quietschend kam der Zug zum Stillstand und die Türen öffneten sich mit einem lauten Zischen. Mein Blick schweifte über die Hand voll SchülerInnen die nach dem weiten Weg aus Frankreich noch an Bord waren, als diese - etwas zu langsam für meinen Geschmack - aus dem Zug ausstiegen. Dann sah ich sie, Arabella, beim hintersten Wagen, alleine. Mit zügigem Schritt zwengte ich mich durch die anderen Zaubererfamilien, die sich zur Begrüßung sofort in die Arme fielen und somit den Weg versperrten. Ich erreichte sie bevor sie mich entdeckt hatte. Ich machte mich mit einem Räuspern bemerkbar. "Arabella, Schatz", grüßte ich, während ich sie genauer mussterte.
Catherine &' Arabella | Bahnsteig | vor circa 2 Jahren
von Arabella am 05.05.2026 18:50Nervös stieg ich aus dem Zug aus, welcher uns belgische Beauxbatonsschülerinnen und -schüler mit einem kleinen Zwischenstopp in Luxemburg nach Brüssel gebracht hatte. Natürlich kamen wir nicht an einem Muggelbahnsteig an, sondern an einem separaten Gleis, welches nur für Hexen und Zauberer zugänglich war. Der Grund für meine Nervosität war recht simpel: leider hatte ich kein perfektes Zeugnis dabei, entgegen der Erwartungen (oder zumindest Hoffnungen; wer wusste schon, was sie wirklich dachte) meiner Mutter. Zugegebenermaßen hatte ich sie auch nicht vorgewarnt, dass das Besenfliegen mir alles andere als leicht fiel, aus Angst vor ihrer Reaktion. Es konnte also sein, dass sie aus allen Wolken fiel, wenn sie inmitten all der Os in den anderen Fächern ein A im Flugunterricht entdeckte. Ehrlich gesagt war ich selbst schon froh, dass es ein A war und kein M oder gar S, aber die Chance, dass meine Mutter diese Erleichterung teilte, ging gegen null, das war mir klar.
Wie immer hatte ich kurz nach dem Aufstehen meine neutrale Miene aufgesetzt und sie bis jetzt nicht abgelegt. Im Zug war ich mit ein paar älteren Schülerinnen in einem Abteil gesessen, welche mich (meiner Meinung nach zum Glück) ignoriert hatten. Somit stieg ich nun alleine aus - ein weiterer Punkt, für den ich Kritik von meiner Mutter erwartete. Sie schärfte mir ja immer ein ich solle mich sozialisieren.









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