Catherine &' Tyrone | auf dem Bankett | Osterferien 2007

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Tyrone

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Re: Catherine &' Tyrone | auf dem Bankett | Osterferien 2007

von Tyrone am 10.05.2026 11:47

Madame Pelletiers Englisch war natürlich perfekt. Ich hatte nichts anderes erwartet, schließlich war das die Mindestanforderung für eine so hohe Stellung im internationalen Umfeld. Dennoch konnte ich nicht umhin zu bemerken, dass sie es sehr schnell auf besagte Stellung geschafft haben musste - ihr jugendliches Gesicht erinnerte mich ein wenig an das meiner Frau, bevor Sorgenfalten angefangen hatten es zu zeichnen. Sorgen um unseren Sohn zum Beispiel, die die belgische Botschafterin sogleich ansprach. 
"Natürlich sind wir noch immer in Sorge um unseren Sohn, aber er macht deutliche Schritte in Richtung Besserung", antwortete ich also auf ihre unausgesprochene Frage. Normalerweise gab ich in derartigen Situationen ja keine Gefühle zu und damit war ich auch nicht der einzige in diesen Kreisen, aber nach so einem einschneidenden Ereignis hätte es komisch gewirkt, es nicht zu tun. Dennoch wechselte ich so schnell wie möglich das Thema, indem ich zu Emma und Arabella blickte und sagte "Es ist schön zu sehen, dass sie die Zeit wenigstens nutzen, die sie so weit weg verbringen. Sie vergeht doch so schnell." Damit schloss ich locker an ihren Kommentar an, sie habe ihre Tochter so lange nicht gesehen. Selbstverständlich vermisste ich Emma und meine Söhne auch, aber ich hatte doch immerhin noch meinen jüngsten Sohn zu Hause, an dem ich meine väterlichen Gefühle ausleben konnte. 

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Catherine

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Re: Catherine &' Tyrone | auf dem Bankett | Osterferien 2007

von Catherine am 09.05.2026 21:23

Nach und nach betraten diverse internationale PolitikerInnen die Empfangshalle. In der Menge erkannte ich zahlreiche bekannte Gesichter wieder, sowie den ein oder anderen politischen Neuzugang. Mein Blick viel zurück zu meiner Tochter, Arabella, neben mir. Sie hatte mich im Vorhinein gebeten ihr zu helfen sich für dieses Event angemessen herzurichten. Ihr Auftreten schien perfekt, was einen Anflug von Stolz in mir hervorbrachte. Ich folgte ihrem Blick, der zu einem der Stehtische führte, an dem sich zwei Gestalten niedergelassen hatten. Der US Botschafter, mit dem wir uns schon einmal unterhalten hatten, und seine Tochter.
"Deine Mitschülerin?", fragte ich Arabella und sie bejahte. Also schlug ich vor, dass wir uns zu ihnen gesellen könnten. 
"Bonsoir Monsieur Price", grüßte ich den Botschafter zurück, der uns bereits entdeckt und in fast Accent-freiem Französisch willkommen geheißen hatte. Arabella hatte sich unterdessen ihrer Mitschülerin Emma zugewandt. Gut, dass sie nun besser Kontakte knüpfen konnte, auch unter gleichaltrigen. "Wir hatten eine gute Anreise und die Feierlichkeiten übertreffen unsere Erwartungen", antwortete ich seiner Nachfrage, ebenfalls zwecks Formalitäten auf Englisch wechselnd, "Wir haben uns des längeren nicht gesehen. Ich hoffe auf Ihrer Seite ist alles in Ordnung, besonders nach den jüngsten Ereignissen." Ich hatte ein paar Details bezüglich des kürzlichen Zwischenfalls mit den extremistischen Gruppierungen erhalten und konnte daher erahnen, dass die Situation wahrscheinlich nicht einfach war.

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Tyrone

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Catherine &' Tyrone | auf dem Bankett | Osterferien 2007

von Tyrone am 09.05.2026 19:51

Nachdem mein ältester Sohn sich noch nicht vollständig von dem Zwischenfall zwischen ihm und den extremen Gruppierungen erholt hatte, hatte meine Tochter von sich aus angeboten, mich auf dieses Event zu begleiten. Das hatte mich zugegebenermaßen gefreut - auch, wenn die Sorge um Benedict natürlich stets präsent war und einen Schatten über unser Familienleben warf; ich war schon froh, dass er laut den Heilern aus dem Gröbsten heraus zu sein schien -, denn so musste ich nicht sie oder meinen zweitältesten Sohn dazu zwingen. 
Somit machten Emma und ich die Runde zwischen allerlei internationalen Politikern, bevor wir uns an einem der Stehtische in der Eingangshalle niederließen, um dort zu warten, bis der Hauptschauplatz des Banketts sich in den Festsaal verlegte, was in Kürze der Fall sein sollte. Der Politiker, der dort bereits gestanden hatte, bevor wir uns zu ihm gesellten, entschuldigte sich für unbestimmte Zeit auf die Toilette, weshalb ich gerade mit Emma weiterziehen wollte (es hätte schließlich ausgesprochen seltsam ausgesehen, bei so einer Veranstaltung allein mit meiner Tochter dazustehen), als sich zwei wohlbekannte (zumindest auf Smalltalkebene) Gesichter zu uns gesellten: die belgische Botschafterin mit ihrer Tochter, deren Namen mir kurz entfallen war, den Emma aber zum Glück sogleich erwähnte. Ich nahm mir vor, ihr später zu ihren Networking Skills zu gratulieren.
"Madame Pelletier, Bonsoir", begrüßte ich die Dame noch vor meiner Tochter, höflicherweise auf Französisch, ihrer Muttersprache. "Wie geht es Ihnen?", fügte ich dann allerdings auf Englisch hinzu, nicht, weil meine Französischkenntnisse unzureichend gewesen wären, sondern, weil dies die offizielle internationale Sprache und damit auch die gängige Sprache auf diesem Bankett war. Währenddessen beobachtete ich aus den Augenwinkeln zufrieden, wie Emma und Arabella, sich angeregt unterhaltend, zur Getränkeausgabe gingen, vermutlich, um unser aller Flüssigkeitsaufnahme sicherzustellen.

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