Festsaal
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Re: Festsaal
von Arabella am 08.05.2026 06:24Meine Beziehung zu Essen war ein wenig kompliziert. Auf solchen Veranstaltungen hielt auch ich mich sehr im Zaum - zum einen, weil von mir als Vierzehnjährige wohl erwartet wurde, dass ich weniger aß als die Erwachsenen, zum anderen, weil ich generell zum emotionalen Essen neigte und die Phasen, in denen ich es somit übertrieb, in der restlichen Zeit damit auszugleichen, dass ich es untertrieb. Zum Glück klappte das im Allgemeinen ganz gut; ich pendelte immer ein, zwei Kilogramm mehr oder weniger um mein Idealgewicht herum. Gerade sollte ich dieses ziemlich genau erreicht haben, womit ich zwar keine Modelfigur hatte so wie Emma, dafür aber auch deutlich weniger auffällig war als sie, was grundsätzlich immer mein Ziel war. Wenn es nicht gerade um schulische Leistungen ging, da überwogen die Vorteile des positiven Herausstechens die Nachteile der Auffälligkeit.
"Spanisch ist auf jeden Fall sinnvoll zu lernen", reagierte ich auf ihre Aufzählung der von ihr beherrschten Sprachen - zumindest, wenn es ums Zuhören ging, wenn man ihrer Aussage glauben konnte, aufgrund des Mangels an Übung sei das Sprechen schwierig für sie. Aufgrund meines außergewöhnlichen Talents für Sprachen kannte ich persönlich dieses Problem eher weniger, abgesehen davon, dass meine Mutter sich regelmäßig in fremden Sprachen mit mir unterhielt. Und im Falle von Niederländisch und Englisch natürlich, dass ich sie in meinem Alltag immer wieder brauchte. "Es ist die nächste Sprache, die für mich nach Mandarin auf dem Programm steht", ergänzte ich noch zu Spanisch. Dann kam Emma auf Französisch zu sprechen, weshalb ich anbot: "Französisch ist meine Muttersprache. Wenn du möchtest, können wir hin und wieder Gespräche darin führen."

Re: Festsaal
von Emma am 08.05.2026 16:03Nach einem taktischen Blick zu ihrem Vater, der sich immernoch mit der anderen Botschafterin unterhielt, und sie damit nicht beachtete, gut für Emma, würde sie wohl nun also den gesamten Abend für sich haben können. Nach dem Hin und her, Hände schütteln und Lächeln bis das Gesicht weh tat, hatte sich die Blondine nun endlich ihre Auszeit erkämpft. Obwohl das nicht gerade der richtige Begriff war, denn sie wurde ihr ja von Arabellas Mutter geschenkt. Sie wusste, wenig von der Frau, da Arabella sie in ihrer bisherigen Unterhaltungen wenig erwähnt hatte, aber wer redete schon gern über seine Eltern, zumindest in dem Alter, daher auch nicht weitert ungewöhnlich und so wusste Emma ja auch nicht, was zu dieses seltsam endloses Unterhaltung geführt haben mochte, aber es war auch total egal. Sollte es um wichtige geschäftliche Angelegenheiten gehen, würde ihr Vater ihr schon sagen, was er für sie zu wissen als angebracht und wichtig empfand, wenn nicht, konnte sie relativ sicher sein, dass es sich nur um Belanglosigkeiten gehandelt haben musste und die junge Frau hatte mit ihrem eigenen Leben genug zu tun und musste sich nicht noch nach dem Privatleben ihres Vaters richten. Das sich jeder, vor allem in der Familie, nach seinem Geschäftsleben zu richten hatte, reichte völlig aus. So hatte Emma also alle Zeit und vor allem Ruhe der Welt, um mit ihrer Sitznachbarin die ungemein spannende Unterhaltung zu ihren Sprachkenntnissen fortzuführen zu lange der Abend weilen mochte. "Na dann wird die spanisch vorkommen wie ein Witz, das verspreche ich dir. Sag gern Bescheid, wenn du trotzdem eine kleine Einführung brauchst oder jemanden zum gegenseitig die Aussprache üben." Bot das Mädchen auch sogleich an, ihre sonstige Arroganz war nun kaum noch hörbar, so warm war sie inzwischen mit der anderen geworden. Und natürlich genoß Emma es sehr, intellektuelle Unterhaltungen mit jemanden zu führen, der ähnlich tickte, ähnlich lebte und vor dem man nicht durchweg die Alphaglucke rauslassen musste, wie vor ihrer Clique. Natürlich genoß Emma auch das, aber es zuweilen auch anstrengend. "Eine zauberhafte Idee, das Angebot nehme ich nur zu gern an." Entgegnete sie freudestrahlend, während der Hauptgang serviert wurde. Natürlich hatte sie weniger rumlametieren noch Arabella zu irgendwas unterschwellig verleiten wollen, da sie allerdings sicher war, dass diese zu schlau für derlei Spielchen war, machte sich Em auch keine Vorwürfe.
So nahm über endlose Gespräche und gutes, und zu viel, Essen, der Abend seinen Lauf und endete nach dem Bankett, einer weiteren Rede, beider es mit gefülltem Magen noch schwerer war die Augen offen zu halten, und einem wundervollen Feuerwerk für die Mädchen müde aber glücklich.







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