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Re: Krankenflügel
von Cale am 17.05.2026 18:15Es war nicht so, als wollte ich tatsächlich gemieden werden. Im Gegenteil, ich wollte zumindest durchaus gesehen werden. Obwohl es einfachere Wege gegeben hätte, Anerkennung zu bekommen, und ich es definitiv nicht nur deswegen machte, war eines meiner Ziele mit meiner Forschung, etwas zu erfinden, wofür ich öffentlich gepriesen wurde. Nur war ich gleichzeitig jemand, der viele Hobbys hatte, denen man allein nachging (hauptsächlich Nähen und Lesen). Zusammen mit dem großen Zeitaufwand für meine Forschung blieb da nicht viel Zeit, die ich mit anderen verbringen konnte, und ich verspürte auch kein großes Bedürfnis danach. Unternehmungen mit meiner besten Freundin waren die Ausnahme.
"Ich persönlich fand es durchaus machbar", antwortete ich auf Hermines Frage, ob die Ausbildung zur Heilerin sehr schwer gewesen sei. "Aber es sind schon viele Untersuchungstechniken, Zauber und Tränke, die man lernen und sich merken muss. Und natürlich die Krankheitsbilder selbst", fügte ich hinzu. Gerade wollte ich sie fragen, ob sie denn eine formelle Ausbildung zur Lehrkraft durchlaufen hatte, als es mich plötzlich wie der Schlag traf. Mein Oberkörper versteifte sich, mein Kopf fuhr ruckartig nach oben, sodass ich starr nach vorne blickte, und ich ließ das in Desinfektionsmittel getränkte Tuch fallen, dass ich gerade noch in der Hand gehabt hatte - wobei ich selbst von all dem nichts mitbekam.
Ich stehe in einem Raum mit mehreren Tischen, an denen essende Menschen sitzen. Sie unterhalten sich, aber ich kann nicht verstehen, worüber; die zahlreichen Stimmen vermischen sich zu einem monotonen Summen. Die Vorhänge sind zugezogen, nur ein Fenster bietet einen Blick nach außen auf einem Baum, auf dessen Ast ein Turmfalke sitzt. Direkt vor mir sitzt ein hübsches, blondes Mädchen, circa 16 Jahre alt. Gerade will ich mich weiter umsehen, als plötzlich Chaos ausbricht: es knallt laut und Rauch breitet sich aus. Mehrere Tische fliegen in die Luft, menschliche Körper werden wie Puppen durch den Raum geschleudert, darunter einer, den ich kenne - es ist der MACUSA-Präsident, der kurz darauf mit dem Kopf gegen die Wand knallt und sich eine Platzwunde zuzieht.
Während ich so vor mich hin starrte, murmelte ich "Restaurant... Turmfalke... Mädchen... Bombe... Präsident", wobei meine Stimme immer lauter panischer wurde und meine Hände sich langsam zu Fäusten ballten. Irgendwann waren meine Finger so stark zusammengepresst, dass meine Knöchel weiß hervortraten. Mein Augen waren glasig.
Re: Krankenflügel
von Cale am 17.05.2026 12:36Als Hermine von einem 'sechsten Sinn' zu sprechen begann, musste ich sofort an mein seherisches Talent denken, das ja durchaus manchmal als ein solcher bezeichnet wurde. "Allerdings", antwortete ich mit Überzeugung auf ihre Überlegung, er könne Fluch und Segen zugleich sein. Da ich seit meiner Kindheit von teilweise traumatischen Bildern gequält wurde, war mir die 'Fluch' Seite nur allzu bekannt. Trotzdem war mir als intelligente Person natürlich klar, dass die Visionen im Idealfall das Eintreten besagter traumatischer Vorkomnisse verhindern konnten. Nur leider war mir ein solcher Nutzen bisher verwehrt geblieben. Obwohl ich beispielsweise den Tod meines Großvaters vorhergesehen hatte, hatte ich ihn nicht verhindern können (er war an einer Krankheit gestorben, für die es weder Prävention noch Heilung gab). Andere Visionen, zum Beispiel von einem Autounfall, waren einfach zu unspezifisch gewesen, um irgendetwas dagegen zu tun, dass sie zur Realität wurden.
"Das stimmt, eine gewisse Menschenkenntnis ist als Heilerin unabdinglich", stimmte ich Hermine zunächst zu, als sie meinte, ich habe und brauche eine solche. Obwohl ich viel Zeit alleine verbrachte, hielt ich mich für durchaus brauchbar auf diesem Gebiet. "In diesem Fall hat mein Wissen aber nichts damit zu tun", gab ich zu und fügte zugleich die entsprechende Erklärung an: "Es ist vielmehr so, dass ich bei der Untersuchung den zweiten Organismus spüren kann, der in dir heranwächst."
"Vielleicht, wenn ich sowieso eine Zutat für meine Heiltränke benötige", reagierte ich etwas ausweichend auf Hermines Plan, mich zu den magischen Tierwesen mitzunehmen. Hätte ich eine ernsthafte Gefahr (im Sinne von: für ihr Leben) gesehen, hätte ich vielleicht zugestimmt, aber so schien mir meine Zeit, die ich immerhin auch für meine Forschungen verwenden könnte, zu schade. "Das ist wahr", antwortete ich dann auf ihre Aussage, Theorie und Praxis könnten weit voneinander entfernt sein. Da es doch etwas unhöflich gewirkt hätte, hätte ich es dabei belassen, fügte ich ein Beispiel aus meinem eigenen Leben hinzu: "Deshalb bin ich froh, dass die Ausbildung zur Heilerin zum größten Teil in der Praxis stattfindet." Ich hätte mir selbst zwar auch zugetraut, alles nötige aus Büchern zu lernen, aber dass es so einfacher war, war mir doch bewusst.
Re: Krankenflügel
von Cale am 16.05.2026 00:17"Ah", erwiderte ich auf die Information hin, warum der Hodag sich in Ilvermorny befunden hatte. Es hatte mich wirklich interessiert, doch mit Hermines Aussage hielt ich das Thema für abgeschlossen, auch wenn ich mich innerlich fragte, warum man jetzt wohl das Tierwesen hierher holte statt die SchülerInnen zu ihm zu bringen. Vielleicht hatte es damit zu tun, dass aktuell so viele Austauschschüler in Ilvermorny waren. "Das ist verständlich", meinte ich dann, als Hermine meinte, der ganze Schulstoff sei dann doch etwas viel gewesen. Bei Menschen, die mir sympathisch waren, gab ich mir durchaus Mühe, ein wenig Empathie aufzubringen.
Ich fuhr damit fort, vorsichtig die Wunde zu reinigen, während ich die Frage mit der Schwangerschaft stellte. Trotzdem sah ich kurz auf, als ich nach einem anderen Wundreinigungsmittel griff, wobei mein Blick auch auf Hermines erschrockenes Gesicht fiel, anhand dessen ich mir schon denken konnte, dass sie bisher nicht sonderlich offen mit der Schwangerschaft umgegangen war. Ihre nächste Frage bestätigte das und löste bei mir ebenfalls leichte Belustigung aus. Schmunzelnd schüttelte ich den Kopf. "Nein", erklärte ich dann, als sie wissen wollte, ob ich einen sechsten Sinn für Schwangerschaften habe, "ich führe nur einen grundlegenden körperlichen Check bei allen meinen Patienten durch. Dabei fällt sowas dann auch auf."
"Natürlich", sicherte ich ihr zu, als sie mich bat, ihren derzeitigen Zustand geheimzuhalten. Abgesehen davon, dass ich meine Schweigepflicht durchaus ernst nahm, hatte ich auch niemanden, dem ich davon hätte erzählen wollen. Ich war keine Tratschtante. Dass sie es ihrem Mann noch nicht erzählt hatte, wunderte mich allerdings schon ein bisschen. Aber es ging mich nichts an, weshalb ich nur verständig nickte auf die Information, es habe bislang der richtige Moment gefehlt.
Re: Edith &' Cale | Eingangshalle | vor 3 Jahren
von Cale am 15.05.2026 11:45Anhand des fehlenden britischen Akzents war ich ein wenig überrascht über die Aussage, Edith sei in Hogwarts ausgebildet worden, und hätte gern mehr darüber gewusst. Doch es war nicht schwer zu verstehen, dass sie die 'längere Geschichte' gerade nicht erzählen wollte, weshalb ich mich mit Fragen diesbezüglich zurückhielt. Da ich ebenfalls nicht der geselligste Mensch war (wenn auch vermutlich mehr als Edith), machte ich mir auch nicht die größten Hoffnungen, später mehr darüber zu erfahren. Schade eigentlich, denn neben meiner allgemeinen Wissbegierde empfand ich Edith als überdurchschnittlich interessanten Menschen. Ihre offenere Miene, als ich von meinem Haus erzählte, registrierte ich und dachte: Das würde ja durchaus zu dem Nachnamen passen. Im Gegensatz zu ihrer schulischen Vorgeschichte hoffte ich bei ihrem familiären Hintergrund durchaus, dass er sich noch aufklären würde; immerhin wusste darüber höchstwahrscheinlich nicht nur sie bescheid, womit ein persönliches Gespräch nicht der einzige Weg sein würde, mehr darüber herauszufinden. Außerdem hatte sie keine Andeutung gemacht, nicht darüber sprechen zu wollen. Ich wollte gerade mit einem etwas ratlosen 'ja' auf Ediths Frage antworten, als eine Person auf uns zukam, die ich von meinem Vorstellungsgespräch wiedererkannte: die stellvertretende Schulleitung. Da besagte Person aussah, als würde sie uns gleich ansprechen, nickte ich nur kurz in Richtung Edith und wartete ab, bis sie das tat.
Re: Beziehungen von Cale Ravenson
von Cale am 15.05.2026 11:20Vielleicht erstmal Bekannte und dann später Freundinnen? :)
Re: Krankenflügel
von Cale am 15.05.2026 11:15"Es ist gut, dass du hier bist", meinte ich beschwichtigend auf Hermines begonnene Rechtfertigung und meinte es auch so. Hätte sie die Wunde einfach verbunden, ohne sie vorher zu reinigen, hätte sie eine Infektion riskiert, die zum einen unangenehm für sie geworden und zum anderen auch schwerer für mich zu behandeln gewesen wäre. "Setz dich bitte da drüben hin", fügte ich hinzu und gestikulierte in Richtung des Stuhls, der an dem Tisch stand, auf dem sich meine Materialien inzwischen befanden.
Ihre Schilderung löste in mir kurzzeitig Verwunderung aus. "Ein Hodag außerhalb des Reservats in Rhinelander?", verbalisierte ich meine Gedanken, während ich die Verletzung näher untersuchte. Ich hatte meinen UTZ in Pflege magischer Geschöpfe nicht umsonst mit einem O abgeschlossen und wusste genau über das Geschöpf bescheid, das Hermine gebissen hatte, weshalb ich auch über ihre Schilderung bezüglich der Mondkälber nicht sonderlich überrascht war. Damals hatten wir eine Exkursion in besagtes Reservat unternommen und unter anderem eine Fütterung miterlebt.
"Danke", erwiderte ich höflich auf Hermines Aussage hin, ich sei eine fantastische Heilerin und wisse sicher, was zu tun sei. Da ich mir meiner selbst ziemlich sicher war (allerdings auch zurecht), zog ich sie nicht in Zweifel. "Wir müssen sie reinigen", erklärte ich kurz darauf und begann, genau das zu tun. Bei der Berührung führte ich beinahe automatisch ein paar körperliche Grunduntersuchungen durch - es ging einem in der Heilausbildung in Fleisch und Blut über, zumindest mir. Kurz war ich überrascht über das, was ich erfuhr, doch das Gefühl währte nicht lange, da ich wusste, dass Hermine verheiratet war und bereits eine Tochter hatte. "Du bist schwanger, oder?", wollte ich wissen, wobei es eigentlich eine rhetorische Frage war. Ich war mir dessen, was ich gefühlt hatte, ziemlich sicher. Natürlich hatte ich zuvor routinemäßig einen Zauber über uns gelegt, der es anderen unmöglich machte zu hören, was wir sagten. Immerhin war ich mir meiner Schweigepflicht bewusst.
Re: Krankenflügel
von Cale am 14.05.2026 01:56Als ich meinen Namen hörte, sah ich sofort auf. Es war zwar ärgerlich, meine Forschungen unterbrechen zu müssen, aber selbstverständlich war ich mir dessen bewusst, dass meine Tätigkeit als Heilerin vorging, wenn ich Dienst hatte, und das war momentan der Fall. Ich legte also die Pflanze weg, die ich gerade in der Hand hatte, und kam hinter der Abtrennung hervor. Sogleich erblickte ich meine Kollegin Hermine, mit der ich bisher recht wenig zu tun gehabt hatte, die bei dem wenigen allerdings immer einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen hatte. Abgesehen davon natürlich, dass sie eine kleine Berühmtheit war, und das nicht umsonst. Immerhin hatte sie Harry Potter dabei geholfen, Voldemorts Horkruxe zu zerstören. Obwohl ich schwarzer Magie nicht ganz so abgeneigt war wie ich es vielleicht sein sollte (was ich natürlich nicht öffentlich kundtat), war ich doch gegen Reinblutextremismus und gegen eine Welt, wie dieser spezifische Schwarzmagier sie hatte gestalten wollen.
"Ich bin hier", machte ich mich also in professionell-freundlichem Tonfall bemerkbar, während ich auf sie zuging und sie nach Anzeichen von Krankheiten oder Verletzungen abscannte. Fast sofort blieb mein Blick an ihrer Hand hängen, wo sich eine kleine Bisswunde befand. "Was ist denn passiert?", wollte ich geschäftig wissen, während ich bereits mit einem Schlenker meines Zauberstabs Equipment zur Wundreinigung auf einen Tisch in der Nähe schweben ließ. Bisswunden sollte man immer erst säubern, bevor man sie verband oder - je nachdem, welches Wesen dafür verantwortlich war - sie sich schließen ließ.
Krankenflügel
von Cale am 10.05.2026 20:38Ich saß in der kleinen Ecke des Krankenflügels, die ich zu meinem Labor umfunktioniert hatte - es waren sowieso so gut wie nie alle Betten belegt und bei einer größeren Katastrophe, welche während meiner Zeit hier glücklicherweise (noch? hoffentlich würde ich es vorhersehen, sollte es jemals so weit kommen) nicht eingetreten war; abgesehen davon war die kleine Umgestaltung natürlich mit den anderen HeilerInnen und der Schulleitung abgesprochen - und arbeitete an einem Trank, der ungewollte Visionen im Zaum halten sollte. Noch war ich dabei, die eigentliche blockierende Wirkung auszutüfteln, doch am Ende sollte es möglichst so funktionieren, dass die Vision dann kam, wenn die Wirkung des Trankes nachließ. Somit sollte sie eher aufgeschoben als vollständig blockiert werden; schließlich konnten Visionen durchaus ihre positiven Seiten haben. Nur kannte ich als Seherin eben auch deren verstörende Wirkung, wenn sie einen plötzlich übermannten und einem allzu grausame Bilder zeigten. Die Forschung war also nicht ganz uneigennützig, aber dennoch gesellschaftlich relevant genug, dass ich Anerkennung dafür bekommen würde, sollte sie jemals zu einem brauchbaren Ergebnis führen.
Re: Edith &' Cale | Eingangshalle | vor 3 Jahren
von Cale am 10.05.2026 13:14Auf Ediths Aussage hin, sie habe mich im Krankenhaus gesehen, nickte ich erst einmal nur. Ich war zwar nicht der Ausbund an Empathie, aber ein gewisses Maß an professionellem Einfühlungsvermögen, was der Beruf der Heilerin eben mit sich brachte, war durchaus vorhanden. Daher interessierte es mich zwar, warum sie in einem Krankenhaus gewesen war, aber mir war bewusst, dass es sich dabei um unangenehme Erinnerungen handeln könnte, weshalb ich nicht weiter bohrte.
"Ja", antwortete ich schlicht auf die Frage, ob ich hier zur Schule gegangen sei. "Ich war in Horned Serpent", fügte ich allerdings noch hinzu. Es handelte sich dabei um eine Tatsache, auf die ich durchaus stolz war, schließlich handelte es sich um das Haus, das von Isolt Sayre persönlich begründet worden war.
"Sie waren dementsprechend nicht als Schülerin hier?", stellte ich die interessierte Gegenfrage. Ihre Frage nach meiner schulischen Bildung implizierte es, auch, wenn ich keinen (auch keinen britischen) Akzent an ihrem Englisch festgestellt hatte, womit es gleichermaßen wahrscheinlich war, dass sie trotz allem in den USA aufgewachsen war. Zu ihrem Familiennamen würde es ebenfalls passen. Vielleicht war sie zu Hause unterrichtet worden.
Re: Schreibpartner
von Cale am 10.05.2026 12:53Ich kann Cale anbieten :) (und, falls das eher gewünscht ist, Finnley, Tyrone oder Joseph xD) Hermine könnte sich ja eine leichte Verletzung zugezogen haben/sich eine leichte magische Infektionskrankheit eingefangen haben und damit in den Krankenflügel kommen? Entweder kurz nach Cales Berufsbeginn als Schulheilerin oder im Hauptplay, je nachdem, wie lang sie a) schon in Ilvermorny arbeitet und b) ob sie mit Cale schon nähere Bekanntschaft geschlossen haben soll









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