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Ezekiel &' Tyrone | Internationales Büro für Magisches Recht | September 1981
von Tyrone am 19.05.2026 11:41Gespannt betrat ich das Internationale Büro für Magisches Recht. Heute war der erste Tag meiner Ausbildung und ich war postalisch aufgefordert worden, direkt hierher zu meinem Chef und Ausbilder, Ezekiel de Vere, zu kommen. Von dem Mann hatte ich noch nie etwas gehört, doch das hatte nicht viel zu bedeuten, da ich ja aus einer No-Maj-Familie stammte. Ich las zwar regelmäßig Zeitung, aber dort tauchten MACUSA-Angestellte gewöhnlich erst ab dem Rang eines Abteilungsleiters auf.
Mein Outfit bestand aus einem unauffälligen, schwarzen Umhang, der so geschnitten war, dass man den Kragen des weißen Hemds sehen konnte, das ich darunter trug, und ebenso unauffälligen, aber eleganten schwarzen Schuhen. Zum Glück hatte ich eine Bekannte, die ich diesbezüglich hatte um Rat fragen können, denn ich selbst kannte mich mit Mode und Kleidung allgemein überhaupt nicht aus. So musste ich mir zumindest in diesem Punkt keine Sorgen machen, die Etikette zu verletzen.
Allgemein hatte ich zwar kein niedriges Selbstbewusstsein, aber heute war ich doch ein wenig nervös. Mir war zwar bewusst, dass meine schulischen Leistungen die Anforderungen für diese Ausbildung locker erfüllten und ich ging davon aus, dass ich auch beim Vorstellungsgespräch überzeugt hatte (sonst wäre ich wohl kaum eingestellt worden), doch das alles war im Grunde genommen Schnee von gestern. Würde ich es schaffen, jetzt einen guten Eindruck zu hinterlassen? Und würde ich der Arbeit gewachsen sein? Natürlich ließ ich mir diese Zweifel nicht anmerken, als ich mit einem professionell-freundlichen Lächeln an Mr de Veres Tür klopfte.
Re: Emma &' Tyrone | Emmas Zimmer | kurz vor der Einschulung
von Tyrone am 18.05.2026 18:54"Gut", sagte ich geschäftsmäßig und damit etwas kühler auf Emmas Aussage, sie werde Topnoten haben. Es war mehr eine Überleitung als ein Lob - ich drückte damit aus, dass ich ihr glaubte und zugleich, dass es eine solche Selbstverständlichkeit war, dass nicht mehr darüber gesprochen werden musste.
Als sie ihre Frage stellte, zog ich die Augenbrauen hoch. "Ich dachte, im Rahmen gesellschaftlicher Veranstaltungen hätten wir dir beigebracht, wie man mit Höhergestellten und Gleichaltrigen umgeht", erklärte ich die Geste. Auch wenn oder gerade weil Emma meine einzige Tochter war, erwartete ich, dass sie in der Lage war, das Verhalten der anderen Gäste zum Beispiel auf Banketts zu imitieren. Zumal wir ihr für derartige Events natürlich eine kurze Einweisung gegeben hatten, bevor sie uns erstmals dorthin begleitet hatte.
Trotzdem, es half ja nichts, also gab ich Emma eine ausführliche Antwort: "Bei den Lehrern ist es am wichtigsten, dass du gute Noten schreibst und stets fleißig bist - nicht nur vor den Prüfungen, damit du das ganze Jahr über im Unterricht durch dein Wissen glänzen kannst. Dafür ist es natürlich wichtig, dass du dich oft zu Wort meldest. Intelligente Fragen kommen auch immer gut an. Ansonsten grüßt du natürlich alle Schulangestellten, denen du innerhalb und außerhalb eines Klassenzimmers begegnen. Was deine Mitschüler angeht, überlegst du dir am besten ein paar altersentsprechende Themen, über die du mit ihnen reden kannst. Sei freundlich, biete deine Hilfe an (zum Beispiel bei den Hausaufgaben), spiele bei Gesellschaftsspielen mit. Wenn sie merken, wie gut du in der Schule bist, wie sehr die Lehrkräfte dich mögen und wie gut vernetzt du bist, werden sie wie selbstverständlich zu dir aufsehen. Dann wird es wichtig, sich wie eine Anführerin zu verhalten, indem du klare Strukturen vorgibst, ihnen aber genug Freiraum gibst, dass sie dich trotzdem immer noch als Freundin und nicht nur als Autoritätsperson ansehen."
Re: Emma &' Tyrone | Emmas Zimmer | kurz vor der Einschulung
von Emma am 18.05.2026 17:14Natürlich hatte das Mädchen nichts anderes erwartet, als eine Liste von Forderungen. Denn ihr Vater bat nicht, er verlangte. Eine Eigenschaft die bereits auf ein beeinflussbares Mädchen, das Emma nun mal noch war, begann abzufärben, auch wenn sie natürlich nie zugeben würde, dass sie dezent herrisch war. Aber was konnte man auch erwartet, beim einzigen Mädchen unter vielen Brüdern war sie, nicht nur im übertragenen Sinne, eine Prinzessin. Einzig von ihren Eltern ließ sie sich etwas sagen, und das war gerade diese Situation gerade. Ob er ein solches Gespräch mit ihren älteren Brüdern geführt hatte, fragte sich Emma kurz, schob aber, um der Konzentration auf das Gespräch vor ihr, den Gedanken wieder beiseite, bevor ihre Geistesabwesenheit auffallen konnte. Denn das würde ihr Vater auch überhaupt nicht gut aufnehmen. Emma nickte eifrig. Die Noten dürften kein Problem werden, sie hatte bereits die Bücher ihrer Brüder studiert, um mit einem gewissen Vorlauf an die Dinge gehen zu können. Es war nicht einfach, aber Emma war zum Glück ziemlich pfiffig. "Natürlich werde ich Topnoten haben." Bestätigte sie, sehr von sich selbst überzeugt, ganz Prinzessin. Aberr wer hat der kann. Sorge bereitete ihr nur die andere Sache. Eine Gruppe von Freunden. Hier zuhause hatte Emma ihre Brüder und nichts liebte sie mehr, als diese herumzukommandieren. Mit anderen Mädchen hatte das bisher eher weniger gut funktioniert, in jedwedem Alter. Bei Fremden hatte sie nicht den Prinzessinnen-Bonus, Lehrer wie Mitschüler. Sie würde sich also was einfallen lassen müssen, um bei den anderen gut anzukommen. Generell schien das der einzige Weg, denn nur ein Freundeskreis würde auf dauer wohl nicht die einzige soziale Anforderung bleiben. Für den Anfang sollten die Lehrer aber weniger das Problem sein. "Und wie erreiche ich das?" Stellte das Mädchen vorsichtig und ein wenig kleinlaut ihre Frage. Natürlich würde sie alles mögliche versuchen, um ihren Vater zufrieden zu stellen. Da war es natürlich einfacher, wenn man wusste, was im Details er erwartete.
Re: Krankenflügel
von Cale am 17.05.2026 18:15Es war nicht so, als wollte ich tatsächlich gemieden werden. Im Gegenteil, ich wollte zumindest durchaus gesehen werden. Obwohl es einfachere Wege gegeben hätte, Anerkennung zu bekommen, und ich es definitiv nicht nur deswegen machte, war eines meiner Ziele mit meiner Forschung, etwas zu erfinden, wofür ich öffentlich gepriesen wurde. Nur war ich gleichzeitig jemand, der viele Hobbys hatte, denen man allein nachging (hauptsächlich Nähen und Lesen). Zusammen mit dem großen Zeitaufwand für meine Forschung blieb da nicht viel Zeit, die ich mit anderen verbringen konnte, und ich verspürte auch kein großes Bedürfnis danach. Unternehmungen mit meiner besten Freundin waren die Ausnahme.
"Ich persönlich fand es durchaus machbar", antwortete ich auf Hermines Frage, ob die Ausbildung zur Heilerin sehr schwer gewesen sei. "Aber es sind schon viele Untersuchungstechniken, Zauber und Tränke, die man lernen und sich merken muss. Und natürlich die Krankheitsbilder selbst", fügte ich hinzu. Gerade wollte ich sie fragen, ob sie denn eine formelle Ausbildung zur Lehrkraft durchlaufen hatte, als es mich plötzlich wie der Schlag traf. Mein Oberkörper versteifte sich, mein Kopf fuhr ruckartig nach oben, sodass ich starr nach vorne blickte, und ich ließ das in Desinfektionsmittel getränkte Tuch fallen, dass ich gerade noch in der Hand gehabt hatte - wobei ich selbst von all dem nichts mitbekam.
Ich stehe in einem Raum mit mehreren Tischen, an denen essende Menschen sitzen. Sie unterhalten sich, aber ich kann nicht verstehen, worüber; die zahlreichen Stimmen vermischen sich zu einem monotonen Summen. Die Vorhänge sind zugezogen, nur ein Fenster bietet einen Blick nach außen auf einem Baum, auf dessen Ast ein Turmfalke sitzt. Direkt vor mir sitzt ein hübsches, blondes Mädchen, circa 16 Jahre alt. Gerade will ich mich weiter umsehen, als plötzlich Chaos ausbricht: es knallt laut und Rauch breitet sich aus. Mehrere Tische fliegen in die Luft, menschliche Körper werden wie Puppen durch den Raum geschleudert, darunter einer, den ich kenne - es ist der MACUSA-Präsident, der kurz darauf mit dem Kopf gegen die Wand knallt und sich eine Platzwunde zuzieht.
Während ich so vor mich hin starrte, murmelte ich "Restaurant... Turmfalke... Mädchen... Bombe... Präsident", wobei meine Stimme immer lauter panischer wurde und meine Hände sich langsam zu Fäusten ballten. Irgendwann waren meine Finger so stark zusammengepresst, dass meine Knöchel weiß hervortraten. Mein Augen waren glasig.
Re: Krankenflügel
von Hermine am 17.05.2026 16:50Sie lauschte immer wieder Cales Gesagtem und merkte dann doch, dass sie wohl eher nun Ruhe um zu arbeiten brauchte. Oder einfach generell jemand war, der nicht all zu viel sprach. Eventuell, weil man andere Personen eher mied oder selbst lieber gemieden wurde. Ganz so schlau war Hermine aus der Heilerin noch nicht geworden. Cale war nicht direkt abweisend. Ihre Antworten waren stets höflich aber kurz. Sie schien eher abgelenkt. Zumindest in ihren Gedanken. Natürlich konnte das auch täuschen. Hermine wollte Cale jedoch wirklich nicht weiter stören oder gar nerven. Daher schwieg sie einen Moment und ließ sie ihre Arbeit machen. Die Hangriffe waren weiterhin präzise und zielgerichtet. Sie wusste genau, was sie tat und brachte genau das auch rüber. Das gab Hermine durchaus Sicherheit und bestätigte sie darin, dass Cale gut in dem war, was sie da tat.
"War die Ausbildung zur Heilerin denn sehr schwer?", fragte sie mit einem neurigen Blick und unterbrach somit die Stille. Die Braunhaarige konnte durchaus auch mal Stille ertragen. Und dennoch wollte sie nun nicht die ganze Zeit stillschweigend da sitzen. "Es ist ein Beruf, der viel mit auswenig Lernen nach Lehrbuch zu tun hat, aber gleichzeitig auch Geschick in der Praxis verlangt und außerdem auch etwas soziales Verhalten vordert.", mutmaßte Hermine wobei ihr Blick eher nachdenklich wirkte. Natürlich gab es Personen, die mehr oder weniger gut in ihrem Beruf waren. Und nicht jeder konnte alles abdecken, was in einem Beruf von einem verlangt wurde. Sonst wären alle Heiler und alle Lehrkräft ja gleich gewesen und das wiederum war dann doch recht langweilig.

My bad habits lead to late nights endin' a l o n e. Conversations with a stranger I barely know.
Swearin' this will be the l a s t, but it probably won't. I got nothin' left to lose, or use, or do.
Re: Krankenflügel
von Cale am 17.05.2026 12:36Als Hermine von einem 'sechsten Sinn' zu sprechen begann, musste ich sofort an mein seherisches Talent denken, das ja durchaus manchmal als ein solcher bezeichnet wurde. "Allerdings", antwortete ich mit Überzeugung auf ihre Überlegung, er könne Fluch und Segen zugleich sein. Da ich seit meiner Kindheit von teilweise traumatischen Bildern gequält wurde, war mir die 'Fluch' Seite nur allzu bekannt. Trotzdem war mir als intelligente Person natürlich klar, dass die Visionen im Idealfall das Eintreten besagter traumatischer Vorkomnisse verhindern konnten. Nur leider war mir ein solcher Nutzen bisher verwehrt geblieben. Obwohl ich beispielsweise den Tod meines Großvaters vorhergesehen hatte, hatte ich ihn nicht verhindern können (er war an einer Krankheit gestorben, für die es weder Prävention noch Heilung gab). Andere Visionen, zum Beispiel von einem Autounfall, waren einfach zu unspezifisch gewesen, um irgendetwas dagegen zu tun, dass sie zur Realität wurden.
"Das stimmt, eine gewisse Menschenkenntnis ist als Heilerin unabdinglich", stimmte ich Hermine zunächst zu, als sie meinte, ich habe und brauche eine solche. Obwohl ich viel Zeit alleine verbrachte, hielt ich mich für durchaus brauchbar auf diesem Gebiet. "In diesem Fall hat mein Wissen aber nichts damit zu tun", gab ich zu und fügte zugleich die entsprechende Erklärung an: "Es ist vielmehr so, dass ich bei der Untersuchung den zweiten Organismus spüren kann, der in dir heranwächst."
"Vielleicht, wenn ich sowieso eine Zutat für meine Heiltränke benötige", reagierte ich etwas ausweichend auf Hermines Plan, mich zu den magischen Tierwesen mitzunehmen. Hätte ich eine ernsthafte Gefahr (im Sinne von: für ihr Leben) gesehen, hätte ich vielleicht zugestimmt, aber so schien mir meine Zeit, die ich immerhin auch für meine Forschungen verwenden könnte, zu schade. "Das ist wahr", antwortete ich dann auf ihre Aussage, Theorie und Praxis könnten weit voneinander entfernt sein. Da es doch etwas unhöflich gewirkt hätte, hätte ich es dabei belassen, fügte ich ein Beispiel aus meinem eigenen Leben hinzu: "Deshalb bin ich froh, dass die Ausbildung zur Heilerin zum größten Teil in der Praxis stattfindet." Ich hätte mir selbst zwar auch zugetraut, alles nötige aus Büchern zu lernen, aber dass es so einfacher war, war mir doch bewusst.
Re: Krankenflügel
von Hermine am 17.05.2026 09:29"Hmm, so ein sechster Sinn wäre doch recht praktisch.", murmelte Hermine dann und wirkte etwas nachdenklich,"jenachdem, was es für ein Sinn ist, könnte er aber auch Fluch oder Segen sein." Könnte man zum Beispiel Gedanken lesen, wäre das einerseits praktisch, da derjenige gegenüber nie lügen könnte. Andererseits könnte die Wahrheit, also die Gedanken, auch verletztend sein. Hermine schaute Cale bei ihrer Arbeit zu. Viel mehr konnte sie gerade auch nicht machen. Ihr war bewusst, dass sie ruhig sein musste, damit Cale ihre Arbeit ohne weitere Komplikationen machen konnte. Ihre Handgriffe waren präzise und wirkten so, als ob sie genau wusste, was sie tat. "Die Frage klang dennoch so, als ob du die Antwort bereits wissen würdest.", teilte die ehemalige Gryffindor mit,"du hast und brauchst sicherlich eine gute Menschenkenntnis." Das war durchaus eine praktische Eigenschaft, wie Hermine fand.
Dankbar sah sie die Heilerin dann an, als sie versicherte, dass die Schwangerschaft erstmal bei ihr sicher verwahrt war. Natürlich musste Hermine ihr auch Vertrauen entgegenbringen. Ihr war aber auch bewusst, dass sie als Heilerin nicht alles an andere weiter tragen durfte. Für jemanden, der das mit Leidenschaft tat, hielt Hermine Cale jedoch auch nicht.
"Ich sollte dich das nächste Mal mitnehmen, wenn ich mal wieder das Bedürfnis habe, die magische Tierwesen zu besuchen.", sagte sie und musste dabei leicht lächeln. Ihr war nicht entgangen, dass Cale sich auch gut mit Tierwesen auskannte. "In Büchern steht so viel Wissen.", sprach sie weiter und wurde dabei etwas ernster,"aber längst nicht alles und Theorie und Praxis können ziemlich weit voneinander entfernt sein." Hermine verbrachte damals beinahe ihre kompletten Ferien fürs Lernen. Somit war sie dem Unterricht jedes Jahr aufs Neue weit voraus. Jedoch mussten dafür ihre Freundschaften zurück stecken. Heutzutage wünschte sie sich, sie hätte den ein oder anderen Tag doch lieber mit ihren Liebsten verbracht.

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